Jetzt läuft auf Ö1:

Punkt eins

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05.00 Uhr

 

 

Nachrichten


05.03 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


06.00 Uhr

 

 

Frühjournal


06.10 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


06.56 Uhr

 

 

Gedanken für den Tag

"Im Reich der unermesslichen Zahlen, Zeichen und wirkenden Kräfte" - Zum 60. Todestag des Dichters Leo Perutz macht sich der Verleger Reinhard Deutsch Gedanken über den Erzähler von Geschichten zwischen Wirklichkeit und Mystik. - Gestaltung: Alexandra Mantler Vor 60 Jahren starb am 25. August 1957 der große, immer wieder halb vergessene und mehrfach triumphal wiederentdeckte Erzähler Leo Perutz in Bad Ischl, wenig vor seinem 75. Geburtstag. Dort liegt er auch begraben. In Prag 1882 geboren, Fabrikantensohn, Versicherungsmathematiker, begann er im Wien der Jahrhundertwende zu schreiben, wurde zu einem Zentralgestirn des Kaffeehauses, kämpfte mit Egon Erwin Kisch für den Sozialismus, erzielte mit seinen Romanen, oft als Zeitungsfortsetzungsgeschichten, riesige Auflagen. Um sein Leben spinnt sich eine Fülle von Anekdoten. Manche Titel seiner Bücher kennen viele, wie "Nachts unter der steinernen Brücke" oder "Zwischen Neun und Neun". "Es war wohl ein Wesenszug der Zeit, im Einzelschicksal das Allgemeingültige zu suchen. Wenn ein Mensch aus der Welt fällt, hinterlässt er eine Lücke, und durch diese Lücke kann man in das Dahinter schauen, in den Riss in der Zeit, in der Logik, im Glauben. Die Figuren Perutz' überschreiten unvermittelt die Grenzen zwischen dem Wirklichen und dem Mystischen, dem Geträumten und dem Ersehnten", meint der Verleger Reinhard Deutsch über Leo Perutz. Perutz erzählt aus jenem Prag, in dem auch ein Golem umgehen könnte; er berichtet aus einem Südamerika, in dem Alte und Neue Welt aufeinanderprallen; er kündet von Seelenzuständen, die den Menschen in seiner innersten Not zeigen. Und er war ein gewiefter Erzähler. Doch auch in seiner routiniertesten Geschichte steckt noch die Besonderheit, die Überraschung, das Heraushebende. Oder, wie es Deutsch formuliert: "Er interessiert sich für seine Figuren und ihre Spiritualität, er gibt ihnen den Raum, zu sich zu finden und zu ihrem Gott."


07.00 Uhr

 

 

Morgenjournal (I)

mit Kultur aktuell


07.33 Uhr

 

 

Guten Morgen Österreich


07.55 Uhr

 

 

Ö1 Talentebörse

Junge Künstlerinnen und Künstler im Porträt. Gestaltung: Claudia Gschweitl Sybille Bauer, geboren 1989, studiert "Zeitbasierte Medien" an der Kunstuniversität Linz. Sprache und Text sind wichtige Instrumente in ihrer künstlerischen Arbeit. Mittels Aneignung und Re-Inszenierung von Textfragmenten - sei es ein Bibelzitat, das Krankheitstagebuch ihres verstorbenen Vaters oder Oral History - versucht sie Erzählungen in ein neues Licht zu rücken. Die experimentelle Arbeitsweise und ihr feministischer Zugang erlauben ihr einen intimen Blick auf das Innenleben ihrer Protagonistinnen zu werfen.


08.00 Uhr

 

 

Morgenjournal (II)


08.20 Uhr

 

 

Pasticcio

mit Chris Tina Tengel


08.55 Uhr

 

 

Vom Leben der Natur

Ein grünes Juwel hinter Klostermauern. Stefan Kastenhofer führt durch den Hofgarten des Stifts Seitenstetten im Mostviertel. Teil 3: Historische Strauch- und Kletterrosen Gestaltung: Wolfgang Bauer Der historische Hofgarten des Benediktinerstifts Seitenstetten im niederösterreichischen Mostviertel zählt zu den bedeutendsten gartenarchitektonischen Denkmälern Österreichs. Die von einer Mauer umschlossene Anlage wurde zu den Millenniumsfeiern des Jahres 1996 revitalisiert und wird seither jährlich von tausenden Gartenliebhabern besucht. Der Garten ist in mehrere Teilräume gegliedert, die an bestimmte Epochen in der langen Geschichte der Anlage erinnern. So kann man im Kräutergarten in die Frühzeit des Klosters eintauchen. Das Stift Seitenstetten, der "Vierkanter Gottes", wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts gegründet. In einem leicht abgesenkten und daher geschützten Bereich entlang der Gartenmauer finden sich mehr als 250 verschiedene Gewürz- und Heilkräuter, viele davon wurden bereits in der Klostermedizin des Mittelalters verwendet. Die Kräuter sind nach unterschiedlichen Themen bzw. Anwendungen angeordnet. So ist zum Beispiel der kräuterkundigen Äbtissin Hildegard von Bingen ein Bereich gewidmet, deren Schriften im Mittelalter so manches Kloster beeinflusst haben. In der Zeit des Barock erhielt der Garten des Stifts eine bedeutende Ausprägung. An diese Zeit erinnern zum Beispiel die alten Steinvasen und das steinerne Wasserbecken im Zentrum. Eine besondere Attraktion bietet der Rosengarten mit mehr als 100 Strauch- und Kletterrosen. Es handelt sich um historische Sorten, die nur einmal im Jahr - im Juni - blühen und ihren unvergleichlichen Duft verströmen. Der Nutzgarten versorgt das Stift wie eh und je mit frischem Gemüse und Obst. Salat, Tomaten und Erdbeeren füllen die Beete. In Seitenstetten wurde sehr früh die Kartoffel kultiviert. Bereits 1621 wird der Anbau dieser aus der "Neuen Welt" eingeführten Frucht urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammen auch Beschreibungen der Nutzpflanze und Rezepte für deren Verwendung in der Küche.


09.00 Uhr

 

 

Nachrichten


09.05 Uhr

 

 

Radiokolleg - Zwischen Romantik und Kalkül

Eine kleine Geschichte der Partnersuche (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Sie sind die meistbegehrten Menschen der Welt: Mr. Right und Lady Perfect. Auf Speed-Dating Events und Partnersuchportalen im Internet tummeln sich Millionen Glückssuchende, um den oder die Richtige zu finden. Aber nach welchen Kriterien wählen wir unsere Liebespartner aus? Sind es wirklich immer Gegensätze, die sich anziehen? Oder gilt vielmehr das Motto: Gleich und Gleich gesellt sich gern? "Wir können es uns nicht aussuchen, mit wem wir zusammen sind", meint die Paartherapeutin Renate Hutterer-Krisch: "Wenn ihnen ein Mensch vorgestellt wird, spüren Sie genau, ob Sie sich angezogen fühlen oder nicht. Das ist ziemlich unabhängig davon, was Sie sich denken oder wollen, wir haben da nicht viele Wahlmöglichkeiten". Der Wiener Verhaltensbiologe Karl Grammer hat die Gesetzmäßigkeiten erforscht, nach denen sexuelle Anziehung funktioniert. Der 67-Jährige kommt zu einem klaren Befund: Attraktiv finden wir vor allem Männer und Frauen, die uns in ihren Eigenschaften und Gewohnheiten so ähnlich wie möglich sind. "Es gibt laut Studien keine einzige Gegensätzlichkeit, die sich anzieht", so Grammer: "Das macht auch Sinn im Bereich des täglichen Lebens: Je ähnlicher Ihnen jemand ist, umso weniger Konflikte haben Sie. Gegensätze tun sich wunderbar darin, sich jeden Tag zu streiten. Ob das Ei jetzt von der Spitze aufgeschlagen wird oder von der runden Seite: Wenn beide die Spitze wählen, gibt es keinen Konflikt". Die romantische Liebe, nach der sich heute so viele sehnen, ist kein natürliches Bedürfnis des Menschen, sondern eine historische Konstruktion, erfunden in den Minne-Konzeptionen des Mittelalters und schwärmerischen Erfolgsromanen des Sturm-und-Drang-Zeitalters. Jahrhundertelang wurden Ehen vor allem arrangiert - unabhängig davon, was Braut und Bräutigam füreinander empfanden. Die Liebe, so war man überzeugt, würde sich dann im Lauf der Zeit von selber einstellen. Andererseits: "Die Suche nach dem romantischen Ideal-Partner ist keineswegs nur eine Erscheinung unserer heutigen Zeit", schreibt die Münchner Kulturwissenschafterin Annegret Braun in ihrem Buch "Mr. Right und Lady Perfect": "Nur die Vorstellung davon hat sich im Lauf der Jahrhunderte geändert. Träumt eine Frau heute von Brad Pitt, so schwärmte früher eine Magd für den Bauernsohn - unerreichbar in beiden Fällen. Und schließlich die Erfahrung: Das Glück liegt oft woanders, als man sucht".


09.30 Uhr

 

 

Radiokolleg - Sudan und Südsudan

Reichtum und Katastrophen am oberen Nil (3). Gestaltung: Maria Reininger Vor sechs Jahren, im Juli 2011 wurde der Südsudan nach einem Referendum gegründet - weit mehr als 90 Prozent der Südsudanesen hatten für die Unabhängigkeit vom Sudan gestimmt. Heute herrscht im Südsudan eine Hungerkrise - von den Träumen der Südsudanesen ist wenig geblieben. Mit der Trennung ist auch der nördlich gelegene Sudan zu einem neuen Staat geworden - derzeit Hotspot der Flüchtlingsströme Ostafrikas. Weitab davon, die Institutionen des Sudan zu erneuern, geht das Regime in den neuen Randzonen des Staats brutal gegen die Menschen vor, die ihre Ansprüche an Mitbestimmung und Wohlstand angemeldet haben. Auch wenn die Erdöleinnahmen in den vergangenen Jahren nicht gebracht haben, was man erhofft hatte: der Sudan und der Südsudan wären eigentlich wohlhabend. Sudanesische Historiker, Soziologen und Politikwissenschafterinnen erklären die Geschichte der beiden Staaten an den Oberläufen des Nil - die Geschichte arabisch-afrikanischer Identitätssuche am Ende der Kolonialzeit - und die jüngere Geschichte unter den Bedingungen neuer Raubzüge aus Europa und China. Wissenschafter/innen aus den afrikanischen Staaten haben die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte beobachtet und kommen meist zu anderen Schlüssen als Beobachter/innen aus der EU. Während die EU derzeit vor allem technische und militärische Unterstützung zur Flüchtlingsabwehr plant, haben sich sudanesische Historiker mit der Herkunft vorgeblich ethnischer Rivalitäten und den Lebensbedingungen der Dinka, Nuer, Nubier und anderer Bevölkerungsgruppen beschäftigt. Sie erklären die Lebensbedingungen für Frauen ebenso wie die ökonomischen und rechtlichen Prozesse, die aufgrund der Staatengründung des Südsudan die Zivilgesellschaft verändert haben. Ökonomen untersuchen in Netzwerken die Ursachen der Hungersnot im Südsudan und finden andere Gründe als das, was man früher "Stammeskämpfe" genannt hätte. Und sudanesische Journalist/innen beschreiben, welche Möglichkeiten sie für Flüchtlinge im nördlicher gelegenen Sudan sehen. Die afrikanischen Expert/innen bewerten, was die verschiedenen europäisch-afrikanischen Strategien unter den Bezeichnungen Khartoum-Prozess, Rabat-Prozess und deren mehr aus ihrer Sicht bringen. Sie sehen nach, ob in den noch unfertigen Marshallplänen einzelner europäischer Staaten Projekthilfe und militärische Ausrüstung zu sehr verzahnt werden. Und sie beschreiben, welche kulturellen und politischen Kooperationen stattdessen sinnvoll wären. Ein Radiokolleg von Maria Reininger.


09.45 Uhr

 

 

Radiokolleg - Unterwegs in Wien, auf den Spuren der Meister

Vivaldi, Gluck, Brahms und Mahler to go (3). Gestaltung: Nina Prasse Vivaldi, Gluck, Brahms und Mahler haben eine grundlegende Gemeinsamkeit: Wien! Die Stadt an der Donau übte auf das Viererpasch eine gar magische Anziehungskraft aus. Wien gilt bis heute als europäische Musikmetropole, und war bereits zu Zeiten der Barockmusik für Komponistenkarrieren richtungsweisend. Antonio Vivaldi reiste im späten Alter von 62 nach Wien. Wollte der Venezianer gänzlich übersiedeln? Oder vieleher Kaffee in dessen Vielfalt genießen? Huldigte er die schwarze Bohne tatsächlich mit den Intermezzos "La Bottega del caffè?" Der Hamburger Jung Johannes Brahms fühlte sich inmitten der Wiener Gesellschaft so wohl, dass er sein letztes Lebensdrittel zwischen den Österreichern verbrachte. Nur, wieso spazierte er fast täglich über den Karlsplatz? War es etwa ein Ritual, so wie der starke Kaffee, zu seinem Frühstück? Nina Prasse, unsere Reporterin mit norddeutschen Wurzeln, kann gut nachvollziehen, warum die Kaffeehaus-Stadt mit ihrer vielfältigen Musikkultur lockt. Der nuancenreichen Musik-Historie folgt sie per Fuße, sucht markante Plätze in den Wiener Lebenszeiträumen der legendären Komponisten auf, und illustriert die Bedeutungen angebrachter Erinnerungstafeln mit Auszügen aus deren Werken. "Vivaldi, Gluck, Brahms oder auch Mahler to go" lädt zu vier ganz unterschiedlichen Spaziergängen ein. Köstliche 13 Minuten im Schwelgen von nostalgischen Erinnerungen, für Ihre "coffee to go"-Pause.


09.57 Uhr

 

 

Ö1 heute


10.00 Uhr

 

 

Nachrichten


10.05 Uhr

 

 

Anklang

mit Johannes Leopold Mayer. Gebirge - Gelehrtheit - Grazer Salon. Joseph Netzer: Klaviertrio E-Dur (Miklós Spányi, Eva Posvanecz, Balázs Máté). Joseph Netzer, in Tirol geboren, gehörte während seiner Studien in Wien bei Simon Sechter zum Kreis um Schubert. Ein unruhiges Wanderleben endete mit einer wohlbestallten Stelle in Graz. Seine Musik ist im besten Sinne des Wortes "Biedermeierlich": inspiriert, gut gearbeitet und unterhaltsam.


11.00 Uhr

 

 

Nachrichten


11.05 Uhr

 

 

Radiogeschichten

Literarisches Österreich: Niederösterreich. "Der Tod des Kleinhäuslers Ignaz Hajek". Von Josef Haslinger. Es liest Clemens Eich. Gestaltung: Marina Ninic Ein vom Leben gebeutelter Mann kehrt in sein Heimatdorf im ländlichen Waldviertel zurück, um am Begräbnis seines Vaters teilzunehmen. Aus den Erinnerungen seiner Mutter und anderer Trauergäste erfährt er Begebenheiten aus dem Leben seines Vaters, die diesen in völlig neuem Licht erscheinen lassen. Es kommt zur Konfrontation mit der Vergangenheit, die für den Protagonisten einige Überraschungen bereithält ... Josef Haslingers berühmtestes Werk ist bis heute der 1995 erschiene Roman "Opernball", bei dem ein Terroranschlag aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Seine Novelle über den Kleinhäuslers Ignaz Hajek erschien 10 Jahre früher. Die Sprache ist stiller als bei Haslingers späteren Werken, doch nicht weniger eindringlich. Ein präziser Blick auf die soziale und politische Situation Österreichs in den 1980er-Jahren, dokumentarisch und literarisch zugleich.


11.25 Uhr

 

 

Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11.30 Uhr

 

 

Des Cis

mit Eva Teimel. Die Staatskapelle Weimar unter Hansjörg Albrecht spielt den "Ring ohne Worte" - und liefert damit ein mitunter ganz neues Wagner-Hörerlebnis. Vor mittlerweile 30 Jahren wagte Lorin Maazel den Versuch, 16 Stunden Wagner in einer etwas mehr als einstündigen Orchester-Symbiose zu vereinen. "Der Ring ohne Worte" stellt einen wesentlichen Handlungsträger der "Ring"-Tetralogie in den Vordergrund, ohne den das Geschehen auf der Bühne seine Wirkung verfehlen würde: das Orchester. Während sich rein instrumentale Wagner-Aufnahmen oftmals auf allfällige Highlights beschränken, verfolgte Lorin Maazel mit seiner Orchester-Version ein größeres Ziel - nämlich eine symphonische Synthese zu schaffen, die den "Ring" vom Beginn bis zum Schluss umschließen sollte, und bei der jede einzelne Note von Wagner zu sein hatte. 30 Jahre nachdem Maazel diese Version 1987 mit den Berliner Philharmonikern auf CD veröffentlichte, zog nun die Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Hansjörg Albrecht mit einer Live-Aufnahme der Symphonischen Dichtung nach. Manches wird man bei dieser Interpretation vielleicht neu oder anders hören - der Wagnersche Geist jedoch, der weht allemal.


11.57 Uhr

 

 

Ö1 heute


12.00 Uhr

 

 

Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer und in französischer Sprache


13.00 Uhr

 

 

Punkt eins


13.55 Uhr

 

 

Wissen aktuell


14.00 Uhr

 

 

Nachrichten


14.05 Uhr

 

 

Das Ö1 Konzert

Marc Bouchkov, Violine; Christian-Pierre La Marca, Violoncello; Philippe Cassard, Klavier. Ferdinand Ries: Klaviertrio c-Moll op. 143 * Niels W. Gade: Drei Noveletten op. 29 * Felix Mendelssohn-Bartholdy: Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49 (aufgenommen am 21. Juli im Le Corum, Salle Pasteur in Montpellier im Rahmen des "Festival Radio France Montpellier 2017"). Präsentation: Peter Kislinger Die 33. Spielsaison der Musikfestspiele Festival de Radio France et Montpellier Languedoc-Roussillon fand vom 10. bis zum 28. Juli statt. Die meisten der über 180 Veranstaltungen finden immer in der regionalen Hauptstadt Montpellier statt. ? kopiert Beethoven (nicht nur) Ferdinand Ries ist ja mittlerweile kein Unbekannter mehr. Er stammte wie Beethoven aus Bonn und war sogar Beethovens Kopist und Sekretär - ganze drei Jahre lang. Beethoven seinerseits hatte bei Franz Anton Ries, dem Vater Ferdinands, Musikunterricht erhalten. Im August 1804 - Ries war noch keine 20 - überließ ihm Beethoven den Solopart in seinem 3. Klavierkonzert. In der Folgezeit war Ries fast ständig auf Reisen, die ihn durch ganz Europa führten. Ab 1813 lebte er elf Jahre lang als Pianist und Komponist in London, wurde Mitglied, später sogar Direktor, der Philharmonic Society und komponierte in London sechs seiner insgesamt acht Sinfonien. Über sein 3. Klaviertrio, seinem Opus 143, schrieb die Leipziger Allgemeine musikalische Zeitung 1828: "Das Allegro con brio ? ist in Form und Führung kräftig; das Adagio ? innig und zart, und desshalb zu kurz; das Presstissimo ? im Allgemeinen kräftig, feurig, brillant, mit breitem Schlusse in der harten Tonart. Das Ganze keine Halsbrecherey. - Ein Trio demnach sich auszeichnend durch Einheit, Feuer, Kraft, gute Vertheilung der Solos durch alle Instrumente, durch wahre, innige, nicht Schellen und Kappe tragende Melodie, ist daher wohl ernstlich zu empfehlen." Die Anzeige endet mit den Worten: "Alles recht gut, Herr Recensent, aber etwas Neues, Originelles ist es doch nicht.' Sehr wahr, aber das ist gerade (im jetzt geltenden Sinne ausgesprochen) das beste Lob." ? sieht aus wie der leibhaftige Mozart Ein "junge(r) Däne kam ? vor einigen Monaten in Leipzig an ?, und sein Mozartkopf mit dem starken wie in Stein gehauenen Haupthaar paßte gut zu den Sympathien, die seine Ouverture zu Ossian und seine 1ste Symphonie unter den hiesigen Musikern schon vorher erregt hatten? Mit diesen Worten beginnt Robert Schumann seinen Artikel über den dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade, der 1843 mit einem Stipendium nach Leipzig kam und Aufnahme in den Mendelssohn-Schumann-Kreis fand. Titel und Stil von Gades 1863 in Leipzig publizierten "Noveletten" orientieren sich an Schumanns Noveletten, "größere zusammenhängende abenteuerliche Geschichten" sollten sie erzählen, wie Schumann über sein Opus 21 schrieb: "Spaßhaftes, Egmontgeschichten, Familienszenen mit Vätern, eine Hochzeit, kurz äußerst Liebenswürdiges - und das ganze Novelletten genannt." Als Hausmusik wurden Gades "kleine Novellen" im späten 19. Jahrhundert recht beliebt. ? komponiert wie der leibhaftige Mozart Zum Ausklang eines Konzerts, das Schumann miterlebte, hatten drei Musiker "eine gar schöne Komposition" angesetzt, "die nach Jahren noch Enkel und Urenkel erfreuen wird." Noch immer weiß das 1. Klaviertrio von Mendelssohn zu erfreuen. Im selben Artikel fielen die berühmten Worte: "Mendelssohn ist der Mozart des neunzehnten Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt."


15.30 Uhr

 

 

Moment - Leben heute

Der "Kofferdoktor" und seine Werkstatt In seiner Werkstatt in Wien-Margareten repariert der gelernte Sattler Gerhard Mosovsky Koffer und Reisetaschen aller Art. Er tut dies seit Jahrzehnten mithilfe eines umfangreichen Ersatzteillagers. Hunderte Griffe, Rollen und Schlösser hat er zur Verfügung und zum Glück jede Menge ausgemusterter Koffer. In der Reisezeit hat Gerhard Mosovsky viel zu tun. Gestaltung: Jakob Fessler Wort der Woche: Tanja Rogaunig Moment-Echo: Jonathan Scheucher


15.55 Uhr

 

 

Rudi! Radio für Kinder

Rudi lässt sich ein Spiel erklären - so, dass es auch Spaß macht. Es ist ein Spiel, das nur Spaß macht, wenn man es gescheit spielt, bloß tut das fast niemand. "Küss einen Buben, zieh dir die Hose aus, sag die Wahrheit". Marko, Xaver, Emil und Bruno erklären Rudi die Spielregeln und die Bedingungen, unter denen Pflicht, Wahl oder Wahrheit überhaupt Spaß macht. Xaver: "Bei Wahrheit muss man eben ein Geheimnis sagen. In wen bist du verliebt?" Marko: "Da darf man nicht lügen." Xaver: "Es lügen immer viele." Getaltung: Barbara Zeithammer


16.00 Uhr

 

 

Nachrichten


16.05 Uhr

 

 

Praxis - Religion und Gesellschaft

"Anders" und deshalb verfolgt - Die Geschichte eines transsexuellen Flüchtlings +++ Ein Mormone aus dem Gemeindebau. - Moderation: Alexandra Mantler 1. "Anders" und deshalb verfolgt - Die Geschichte eines transsexuellen Flüchtlings Farah Abdi ist mit ihrer muslimisch geprägten Familie vor dem Bürgerkrieg in Somalia schon früh nach Kenia geflohen. Mit 16 Jahren hat sie sich dann von Kenia aus auf den Weg nach Europa gemacht. Gezwungenermaßen: Farah Abdi, laut ihren Papieren ein Mann, ist transsexuell und Trans- und Homosexualität sind in Kenia - nicht zuletzt aus religiösen Gründen - gesellschaftlich geächtet und stehen auch unter Strafe. Trans- und Homosexuelle fallen häufig auch der Lynchjustiz zum Opfer. Abdi konnte 2012 über das Mittelmeer nach Malta fliehen. Seit damals hat sich die heute 21-Jährige dem Kampf für Menschenrechte, besonders für die Rechte der Flüchtlinge verschrieben. Für ihr Engagement erhielt sie 2015 den Bremer Friedenspreis und wurde auch von der Queen geehrt. Kerstin Tretina hat mir ihr über die Gefahren der Flucht und ihre persönliche, schmerzhafte Suche nach Frieden gesprochen. - Gestaltung: Kerstin Tretina 2. Ein Mormone aus dem Gemeindebau Kaum 20 und schon "Veteran": Dem gelernten Schriftsetzer Alfred Pietsch aus der Sandleiten in Wien-Ottakring ging es nach dem Zweiten Weltkrieg wie vielen jungen Männern seiner Generation: Sie hatten noch ein ganzes Leben vor sich - und doch als Soldaten schon mehr hinter sich als einem Menschen eigentlich zumutbar ist. Und dahinter die Frage: "Warum habe gerade ich überlebt?" Als Soldat hat Alfred Pietsch das Warschauer Ghetto gesehen, einem Anwerbungsversuch der Waffen-SS widerstanden und schließlich - schwer verletzt - überlebt. Die Frage nach dem "Warum?" hat sich für ihn erst knapp 30 Jahre später beantwortet, als er die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", die "Mormonen", kennengelernt hat, wo er schließlich sogar zum Bischof berufen worden ist. Mit über 91 Jahren ist er immer noch aktiv - als Zeitzeuge an zahlreichen Schulen in ganz Österreich. - Gestaltung: Markus Veinfurter


16.40 Uhr

 

 

Radiodoktor - das Ö1 Gesundheitsmagazin


16.55 Uhr

 

 

Das Ö1 Musiklexikon

Zither mit Christoph Dienz Redaktion: Irene Suchy und Hans Georg Nicklaus


17.00 Uhr

 

 

Journal um fünf


17.09 Uhr

 

 

Kulturjournal


17.30 Uhr

 

 

Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17.55 Uhr

 

 

Betrifft: Geschichte

Vom Frieden von Saint Germain bis zum Verlust der Eigenstaatlichkeit. Mit Arnold Suppan, emeritierter Professor für osteuropäische Geschichte an der Universität Wien. Gestaltung: Christina Höfferer Nach dem Frieden von Saint Germain, der das Schicksal der ersten Republik Österreich grundlegend definierte, trafen Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit die Bevölkerung schwer. Die Regierung suchte Bündnispartner von Berlin bis Rom und konnte schließlich die wirtschaftliche Situation durch eine Völkerbundanleihe, an welche jedoch schwerwiegende Auflagen geknüpft waren, in den Griff bekommen, während sich die innenpolitische Lage zuspitzte. Besonders der Justizpalastbrand von 1927 führte zur illegalen Bewaffnung von Teilen der Bevölkerung, welche sich in den Heimwehren und im Republikanischen Schutzbund zusammenschlossen. Die Weltwirtschaftskrise der Jahre 1930 bis 1933 brachte auch die größte österreichische Bank, die Creditanstalt, an den Rand des Ruins. Das deutsch-österreichische Zollunionsprojekt scheiterte, ebenso wie das sogenannte "austrofaschistische" Regierungsmodell. Die entscheidenden Vertreter der österreichischen Außenpolitik suchten verzweifelt Allianzen im Spannungsfeld zwischen Mussolini und Hitler, welcher indessen den Anschluss der Alpenrepublik vorbereitete.


18.00 Uhr

 

 

Abendjournal


18.25 Uhr

 

 

Journal-Panorama

Bis in die späten 1980er Jahre war der Umgang mit behinderten Kindern in Wien geprägt von Gewalt, Unverständnis und Entmenschlichung - Gestaltung: Beate Tomassovits Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie über die Behandlung von Kindern und Jugendlichen in der Wiener Psychiatrie: Behinderte, psychisch beeinträchtigte Kinder wurden abgeschoben, Förderung und Therapie gab es kaum. In der so genannten Klinik Rett am Rosenhügel landeten die Fälle, für die es nach damaliger Fachmeinung noch Hoffnung gab, die hoffnungslosen Fälle kamen in die geschlossene Anstalt am Steinhof, wo sie festgehalten wurden. Die Stadt Wien wusste davon und nahm es in Kauf. Wie haben Betroffenen, Angehörige und Pflege-Personal die Zustände erlebt?


18.55 Uhr

 

 

Religion aktuell


19.00 Uhr

 

 

Nachrichten


19.05 Uhr

 

 

Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Weder dumm noch schmutzig. Von Sabrina Adlbrecht Die Österreicher, und nicht nur sie, lieben Schweine - vor allem als Schnitzel oder Stelze auf dem Teller. Ansonsten gelten diese Tiere gemeinhin als schmutzig und vor allem als dumm. Ersteres ist schon seit langem widerlegt. Dass Schweine aber auch sehr kluge Tiere sind, haben erst jüngere Forschungen gezeigt. Nach Ansicht von Expert/innen stehen die Borstentiere, was die Intelligenz betrifft, etwa auf einer Stufe mit Menschenaffen, Hunden und Papageien. Ihre kognitiven Fähigkeiten werden sogar mit denen eines dreijährigen Kindes verglichen. - Schweine erkennen ihre Namen und kommunizieren sehr differenziert miteinander. Sie verwenden Werkzeuge, spielen Videospiele besser als manche Primaten und führen ein überaus komplexes Sozialleben. Indem sie zusammenarbeiten und voneinander lernen, sind sie auch in der Lage strategisch zu handeln. Alle Basisemotionen wie Freude, Angst, Wut und Lust finden sich ebenfalls bei ihnen, und neue Studien deuten darauf hin, dass sie sogar Mitgefühl zeigen. Kurzum, die Ähnlichkeit zu uns Menschen ist wissenschaftlich kaum mehr abzustreiten. Das wusste der Schriftsteller George Orwell offenbar schon vor mehr als 70 Jahren: Denn wer führte in seinem Roman "Die Farm der Tiere" die animalische Revolte auf dem Bauernhof an? - Clevere Schweine natürlich.


19.30 Uhr

 

 

Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Jörg Duit. Concerto Köln, Dirigent: Attilio Cremonesi. Werke von Georg Philip Telemann und Antonio Vivaldi (aufgenommen am 27. Mai im Concertgebouw Amsterdam)


21.00 Uhr

 

 

Salzburger Nachtstudio

Resilienz im gesellschaftlichen Diskurs. Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Dichter Smog dringt durch die Ritzen, Straßen sind von Schlaglöchern durchfurcht, Baracken aus Pappmaschee und Plastikfolien prägen das Stadtbild: Visionen einer Endzeitstimmung. Sie werden immer dann beschworen, wenn ein gesellschaftlicher Wandel Menschen verunsichert. Nicht von ungefähr. Laut den Vereinten Nationen haben 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 795 Millionen Menschen auf unserem Planeten leiden unter Hunger. Zahlreiche Kriege zerstören nachhaltig die vorhandenen Ressourcen. Notleidende und Armutsgefährdete drängen in die reichen Länder der Industrienationen. Das macht Angst. Apokalyptische Bilder werden beschworen. Sind unsere westlichen, demokratischen Gesellschaften wirklich in Gefahr? Wodurch sind sie zerstörbar? Wo liegen ihre Stärken? In den aktuellen sozialpolitischen Diskurs mischt sich ein Begriff ein, der in der Ökologie und in der Psychologie längst Fuß gefasst hat und zukunftsweisend scheint: die Resilienz. Die Widerstandsfähigkeit. Das Konzept von der Erneuerung stellt die Frage nach der Handlungsfähigkeit einer Gesellschaft. Es hinterfragt ihre Fähigkeit, Veränderungen anzunehmen und in die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zu integrieren. Doch auch hier sind die Interessen unterschiedlich. Während Stephen Bannon, Chefideologe von Donald Trump, den Resilienz-Begriff an den Lauf der Geschichte knüpft, um Kriege zu argumentieren, setzt Frankreichs neu gewählter Staatspräsident Emmanuel Macron auf Neuorientierung. Margarethe Engelhardt-Krajanek fragt nach den dahinterstehenden weltanschaulichen Konzepten. Fragt nach, was Begriffe wie "Sichern" "Erneuern" und "Neuorientieren" im gesellschaftlichen Diskurs bedeuten.



21.55 Uhr

 

 

Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22.00 Uhr

 

 

Nachtjournal


22.08 Uhr

 

 

Radiokolleg

Zwischen Romantik und Kalkül. Eine kleine Geschichte der Partnersuche (3). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Sudan und Südsudan. Reichtum und Katastrophen am oberen Nil (3). Gestaltung: Maria Reininger Unterwegs in Wien, auf den Spuren der Meister. Vivaldi, Gluck, Brahms und Mahler to go (3). Gestaltung: Nina Prasse


23.00 Uhr

 

 

Nachrichten


23.03 Uhr

 

 

Zeit-Ton

Zeit-Ton Magazin. Gestaltung: Astrid Schwarz Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. U.a. mit einer Rezension von Aribert Reimanns Shakespeare-Vertonung "Lear" bei den Salzburger Festspielen.


00.00 Uhr

 

 

Nachrichten


00.05 Uhr

 

 

Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01.00 Uhr

 

 

Nachrichten


01.03 Uhr

 

 

Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten