Ö1

Radiokolleg - Die Grenzen der Empathie

empathieWenn das Mitfühlen zu viel oder zu wenig wird (2). Gestaltung: Hans Groiß In dem Buch "Durch Mauern gehen"(Luchterhand) beschreibt Marina Abramovi? die Erfahrungen während ihrer Langzeitperformance "The Artist is Present" im New Yorker MoMA, bei der sie in 721 Stunden rund 1.500 Menschen gegenüber saß: "Sehr schnell spürte ich, dass die Leute, sobald sie mir gegenüber Platz genommen hatten, unglaublich bewegt waren. Einigen kamen die Tränen - und mir ebenfalls. War ich ein Spiegel? [..] Ich konnte den Schmerz der Menschen sehen und spüren". In der Kunst ist es relevant sich sowohl als Betrachter, als auch als Schöpfer in andere und anderes hineinversetzen zu können. Empathie ist auch für Cana Bilir-Meier wichtig: Sie machte eine künstlerische Arbeit über ihre Tante, die politische Aktivistin Semra Ertan, die sich 1982 als Zeichen gegen herrschende Ausländerfeindlichkeit in Hamburg verbrannte. Die Künstlerin kannte ihre Tante nicht persönlich. Empathie könnte als ein gesellschaftlicher Imperativ zum guten Handeln bezeichnet werden und hat scheinbar keine Grenzen: Wir kennen das vom Gähnen, beim Musikhören oder vom Beine übereinander schlagen - sobald jemand mit einer Handlung oder Geste beginnt, können wir leicht "mitschwingen" und lassen uns anstecken. In der medizinischen Forschung wird davon ausgegangen, dass die Empathie das Immunsystem stärkt. Aber was heißt Empathie eigentlich genau und ist immer tatsächlich der Begriff Empathie gemeint oder geht es um Wohlwollen, Gedankenlesen oder Obsorge? Empathie boomt als Sehnsuchtsort und als Begriff in der Kunst, der Psychologie und der Kognitionswissenschaft. Entweder mangelt es daran, oder es gibt zu viel. Gibt es aber eine neue gesellschaftliche Empfindsamkeit oder hallt nur die Forderung nach mehr Rücksicht nach? Der kleine Prinz sieht nur "mit dem Herzen gut" - aber geht das überhaupt? Ist Empathie erlern- und auch verlernbar? In den Sprachwissenschaften ist immer öfter von den "dunklen Seiten der Empathie" zu hören, wie sie etwa Autokraten und Populisten benutzen. Hans Groiss versucht eine Begriffsdefinition und analysiert die Balance zwischen Mangel und Überfluss an Mitgefühl.
Dienstag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Sergej RachmaninowRachmaninow und Strawinsky Sergej Rachmaninow - ein Musikerleben zwischen zwei Welten Autorin: Christiane Neukirch / Regie: Petra Herrmann Sergej Rachmaninow (1873-1943) ist einer der meistgespielten russischen Komponisten in Deutschland. Während seine Zeitgenossen wie Igor Strawinsky und Arnold Schönberg auf Experimente in dissonante Klangwelten stürzten und die Musik des 20. Jahrhunderts in eine neue Richtung lenkten, baute Rachmaninow seinen Stil weitgehend auf der spätromantischen Harmonik auf. Das brachte ihm die Gunst eines breiten Publikums, aber auch Skepsis der Kritiker ein. Vielen gilt seine Musik als schwülstig und rührselig. Sicher trug auch die Filmindustrie dazu bei, die für die musikalische Untermalung von Hollywoodstreifen von ihm abkupferte. Rachmaninow, ein Meister der Melodie und der Klangfarben, hatte nicht nur als Komponist Erfolg; er war auch als Pianist berühmt. Doch erst um die Jahrtausendwende setzte ein wachsendes Interesse auch an seinen weniger bekannten Werken und an seiner bewegten Biografie ein: 1917 musste er seine russische Heimat gegen das Exil in den USA tauschen. Die Autorin hat mit seinem deutschen Biografen und dem jungen russischen Interpreten Daniil Trifonov über sein Schaffen und seine Person gesprochen. Igor Strawinsky - der Schock der Moderne Autor und Regie: Markus Vanhöfer Strawinsky sei einer der "Grundfaktoren seines musikalischen Lebens", sagte Leonard Berstein über den Schöpfer des "Feuervogel". Igor Strawinsky, Großmeister und Vaterfigur, der 1882 bei Sankt Petersburg geborene Künstler, ist nicht nur einer der meistgespielten Komponisten der klassischen Moderne, wie kaum ein anderer hat er die Musik des 20. Jahrhunderts bunter, vielfältiger und internationaler gemacht. Strawinsky erregte Aufsehen und die Gemüter, indem er mit seinen klangsinnlichen und kraftvollen Werken einen donnernden Kontrapunkt gegen das ästhetische Vormachtsdenken einer mitteleuropäischen Tradition setzte. Damit wurde er zum Vorbild für zahlreiche jüngere, nach Eigenständigkeit strebende Komponisten auf der ganzen Welt. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Petra Herrmann
Dienstag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Das Weltmuseum Wien und seine Sammler

Von Kopfjägern, Pfeilen und Sprachlisten (2). Gestaltung: Ulrike Schmitzer Nach drei Jahren Umbau ist es endlich so weit: Das neu gestaltete Weltmuseum Wien wird am 25. Oktober wiedereröffnet, und zwar mit einem großen Fest, das Andre Heller auf einer Open-Air-Bühne am Heldenplatz gestaltet. Nach der Show können Besucher/innen bis 1 Uhr nachts das neue Museum bei freiem Eintritt erkunden und am 26. Oktober kann man das neue Museum ebenfalls von 13 bis 21 Uhr gratis besichtigen. Das Radiokolleg wird einige faszinierende Sammlerpersönlichkeiten vorstellen und damit auch einen Zugang zum Weltmuseum verschaffen, denn hinter jedem Objekt steht eine spannende Geschichte. Wie zum Beispiel die eines jungen Forschers, der zu den Kopfjägern nach Nordindien aufbricht und dort neue Freunde findet. Oder die einer jungen Ärztin, die nichts anderes will als unberührte Völker erforschen und dort emsig Sprachlisten anfertigt, die aber niemand entschlüsseln kann. Und nicht zuletzt die unerschrockene Ethnologin, die im Regenwald von Indianern mit Pfeilen beschossen wird, sie aufsammelt und ins Museum bringt. Dort sind sie jetzt zu besichtigen.
Dienstag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Der Clown des Bebop

dizzy gillespieZum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer Er war ein Spaßvogel, ein Possenreißer, ein charmanter Witzbold - der anekdotenumwobene Clown des Bebop: Dizzy Gillespie, am 21. Oktober 1917 als eines von zehn Kindern in eine schwarze Bauarbeiterfamilie in Cheraw/South Carolina hineingeboren. Die Entwicklung des modernen Jazz wäre ohne Gillespies Beitrag nicht möglich gewesen. Gemeinsam mit Thelonious Monk und Charlie Parker erfand er in den frühen 1940er Jahren in den Häuserschluchten der New Yorker 52nd Street gewissermaßen im Alleingang den Bebop: "Damals führte alles zur Beschleunigung und zur Verdichtung", erklärte der Musiker später. Mit seinen nervösen, jagenden Rhythmen verpasste der Bebop - eine Art Dadaismus des Jazz - der jungen, afroamerikanisch inspirierten Musikrichtung einen ungeheuren Entwicklungsschub in Richtung Moderne. "Die Musiker des Bebop waren Aufrührer, die gegen den Muff in den Dinnerjackets des Swings antraten", so fasste der deutsche Kritiker Michael Naura die Bedeutung der Jazz-Revolution der 1940er Jahre einmal zusammen. Und Naura weiter: "Dizzy Gillespie war in diesem Treiben das, was man ein lustiges Haus nennt. Ein wunderbarer Faxenmacher. Die Verkörperung der Gegenwelt zum etablierten E-Musik-Gehabe. Unerreichbar allerdings war er als Trompeter. Während sein Antipode Miles Davis rund um den Globus zahllose Nachahmer gefunden hat, die seinen Ton mit dem an jeder Ecke erhältlichen Dämpfer imitieren, blieb Gillespie resistent gegenüber jedem Versuch, ihn zu klonen." Ein Jahrhundertmusiker. In jungen Jahren galt Dizzy Gillespie als Inbegriff des smarten, hippen Jazz-Intellektuellen; später, als reiferer Musiker, öffnete der Bauarbeitersohn aus South Carolina den Jazz für lateinamerikanische, kubanische und afrikanische Einflüsse und wurde damit zu einem der Pioniere der Weltmusik.
Dienstag 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

luis trenkerLuis Trenker und Berggeschichten Luis Trenker - Der Berg ruft Autor: Florian Kummert / Regie: Kernige Mannsbilder, und stolze Helden, denen der Steilhang nicht steil genug sein kann. Das ist die Welt des Luis Trenker. Der Pionier des Bergfilms brachte die eisigen Höhen der Alpengipfel in die Kinosäle. Mit "Der Berg ruft" gelingt ihm ein Meisterwerk, ein spannendes Drama um die Erstbesteigung des Matterhorns. Luis Trenker begeistert ein Millionenpublikum, idealisiert das Leben in seiner Heimat und der Bergwelt, gerät aber auch in die politischen Verstrickungen der Faschisten in Italien und des NSDAP-Regimes rund um die Zukunft Südtirols. Nach dem Krieg floppen einige seiner Filme, also erfindet sich der redegewandte Südtiroler als Geschichtenerzähler im Fernsehen neu, und als genialer Selbstvermarkter. Der Berg - Abgründige Erhabenheit Autor: Rolf Cantzen / Regie: Im Altertum galten Berge vor allem als ärgerliche und hässliche Hindernisse. Im 18. Jahrhundert änderte sich das. Schriftsteller wie Albrecht von Haller sprachen den Alpen Erhabenheit zu und Würde. Mit den Bergen wurden auch deren Bewohner geadelt. "Wohl dir, vergnügtes Volk! o danke dem Geschicke, / Das dir der Laster Quell, den Überfluss, versagt." Sie seien fleißig, edel, ehrlich, gesund - ganz anders als die verdorben, kränklichen und sittlich verwahrlosten Städter. Diese Zuschreibungen nahmen andere Schriftsteller auf und verbanden sie mit völkischen und nationalistischen Klischees. Doch bereits seit dem18. Jahrhundert gab es Kritik an diesen Konstruktionen "gutes Gebirgsvolk - verdorbene Städter: Heinrich Heine macht sich lustig - hier über die Tiroler. Sie seien "... von unergründlicher Geistesbeschränktheit. Sie sind eine gesunde Menschenrasse, vielleicht weil sie zu dumm sind, um krank sein zu können." Joseph Roth schreibt: "Auf den Bergen wohnt die Dummheit." Idealisierung und Spott setzen sich in der Literatur bis heute fort. Redaktion: Petra Herrmann
Dienstag 15:05 Uhr

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Ö1

Tonspuren

Deborah FeldmanJüdisch-Sein ist keine Liste von Bedingungen. Wie Deborah Feldman aus ihrem New Yorker Shtetl ausbrach und (ausgerechnet) Berlinerin wurde. Feature von Franziska Dorau Anachronistisch, unamerikanisch, total uncool - so beschreibt die Schriftstellerin Deborah Feldman sich selbst, wobei es einem schwer fällt, Dritteres gelten zu lassen. Aus ihrem großen, ovalen Gesicht mit der schwarzen Brille sprechen Intelligenz und intellektuelle Unbestechlichkeit. Keine Eigenschaften, welche die orthodoxen Satmarer Juden des New Yorker Stadtteils Williamsburg besonders gerne an ihren Frauen und Töchtern sehen. Die Gesellschaft, in der Feldman aufwuchs, ist eine, in der Fleiß, Schweigsamkeit und ausdruckslose Mimik als weibliche Kardinaltugenden gelten. Eine, in der Ehen für einander unbekannte Jugendliche arrangiert und israelische Flaggen verbrannt werden, weil die mit dem Zionismus einhergehende Selbstermächtigung als Todsünde betrachtet wird. Der Holocaust ist omnipräsent - bis in die Schlaflieder hinein, die von Waisenkindern handeln und Müttern, die als weißer Rauch aus den Krematorien von Auschwitz aufsteigen. Den Schmerz über die Vergangenheit auf so ungefilterte Weise auf die folgenden Generationen zu übertragen, sei unsinnig, meint Deborah Feldman. Mit dreiundzwanzig brach sie mit ihrem dreijährigen Sohn aus ihrer Ehe und der Satmarer Gemeinschaft aus. Mit ihrem autobiographischen Roman "Unorthodox" schrieb sie einen internationalen Bestseller. Und fand in den USA doch keinen emotionalen und kulturellen Halt. Heute lebt sie in Berlin, jener Stadt, die ihre Satmarer Vorfahren als "verbrannte Erde" ansahen. Nach ihrer langen und aufreibenden Suche nach einer Zukunft hat sie dort zu einer Alltäglichkeit gefunden, die ihr geradezu magisch erscheint. Der Weg aus dem New Yorker Shtetl in den Berliner Kiez ist Gegenstand ihres neuen, im Sezession Verlag erschienen Romans "Überbitten". Redaktion: Alfred Koch
Dienstag 16:05 Uhr

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Deutschlandfunk

Das Feature

marokkoMohammeds Gegenkalifat Wie Marokko die afrikanischen Muslime einbinden will Von Marc Thörner Regie: Thomas Wolfertz Produktion: Dlf 2017 Kalifat, dieser Begriff taucht meist dann auf, wenn vom Staatsverständnis des sogenannten IS oder der Taliban die Rede ist. Dabei gibt es schon ein Kalifat, über das sich seit Menschengedenken keiner aufregt: Marokko. Dessen König versteht sich in der Nachfolge des Propheten als Staatschef, als religiöser Führer, oberster Richter und Oberkommandeur der Armee. Seit etwa einem Jahr positioniert sich der bislang eher zurückhaltende Mohammed VI. mit seinen Forderungen immer klarer: den Korantext nicht wörtlich, sondern historisch-kritisch auszulegen; die eigene Vernunft zu benutzen, wenn man heilige Schriften liest. Zeitgleich meldet ,M6" seinen Anspruch auf die religiöse Vormundschaft über die afrikanischen Muslime an. In der EU betrachtet man die Initiative mit Wohlwollen, hofft auf einen Gegenpol zu al Kaida im Maghreb und Boko Haram in Nigeria. Ein liberales Gegenkalifat: Kunstprodukt, Widerspruch in sich, ambitionierte Geostrategie oder Erfolgsrezept gegen den Terror? Mohammeds Gegenkalifat
Dienstag 19:15 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

erdgasExplosiv - Erdgas im Fokus der Geopolitik Von Jan Uwe Stahr Der fossile Energieträger Erdgas ist dabei die strategische Rolle des Erdöls für die weltweite Energieversorgung zu übernehmen. Anders als Öl ist das Gas noch für Jahrhunderte als Rohstoff verfügbar. Erdgas ist im Vergleich weniger klimaschädlich und gut kompatibel mit erneuerbaren Energien. Daher überrascht es nicht, dass die Erdgasvorkommen und Märkte eine immer wichtigere Rolle in der aktuellen Geopolitik spielen. Ein Konsortium aus europäischen und russischen Firmen möchte mit Hilfe der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Sibirien und Deutschland den wachsenden europäischen Gasmarkt mit günstigem Erdgas versorgen. Deutschland mit seinen bereits vorhandenen Speicherkapazitäten möchte sich dabei als Handelsplattform etablieren. Doch es gibt starke Konkurrenz: die Anbieter von verflüssigtem und pipeline-ungebundenem Flüssiggas, dem sogenannten LNG. Einer der größten Player in diesem Markt ist der US-Energiekonzern Exxon - (aus seinen Reihen kommt u.a. der US-Außenminister Rex Tillerson). Auch Exxon versucht auf dem europäischen Gasmarkt Fuß zu fassen. Das Ganze entwickelt sich derzeit zu einem brisanten Konfliktherd.
Dienstag 19:30 Uhr

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SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 lesenswert Feature

agent orangeAgent Orange Vietnams Erinnerungskultur Von Gabi Schlag Vietnam ist für die einen das Land mit dem rasanten Wirtschaftswachstum und der zunehmenden Bedeutung für den Asien-Tourismus, auf dem Weg zum asiatischen Schwellenland. Für die anderen ist Vietnam immer noch das Land nach dem Vietnamkrieg, jenem medienzentrierten Krieg, dessen fast täglich ausgestrahlte Live-Bilder den Tod im Reisfeld in die Wohnzimmer des Westens der 1960er- und 1970er-Jahre schickten. Im Vietnam der Gegenwart erinnert nur noch wenig an die Zerstörungen des Krieges. Nur ein Problem ist bis heute noch nicht mal ansatzweise gelöst: die flächenhafte Kontamination des Bodens mit Dioxinen: Der Einsatz des Entlaubungsmittels "Agent Orange" ist zu einer der weltweit folgenreichsten Altlasten geworden. In Vietnam wird die Dioxinkontamination verschwiegen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird versucht das Problem in den Griff zu bekommen. Welche Möglichkeiten hat die Literatur in Vietnam den Vietnamkrieg und seine Folgen zu diskutieren? Und will sie es überhaupt? Vietnams Erinnerungskultur zwischen politischer Rückwärtsgewandtheit und zukunftsorientierter Wirtschaftsdynamik und der Kampf gegen das Dioxin. Gabi Schlag hat in Vietnam recherchiert.
Dienstag 22:03 Uhr

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SWR2

SWR2 lesenswert Feature

Agent OrangeAgent Orange Vietnams Erinnerungskultur Von Gabi Schlag Vietnam ist für die einen das Land mit dem rasanten Wirtschaftswachstum und der zunehmenden Bedeutung für den Asien-Tourismus, auf dem Weg zum asiatischen Schwellenland. Für die anderen ist Vietnam immer noch das Land nach dem Vietnamkrieg, jenem medienzentrierten Krieg, dessen fast täglich ausgestrahlte Live-Bilder den Tod im Reisfeld in die Wohnzimmer des Westens der 1960er- und 1970er-Jahre schickten. Im Vietnam der Gegenwart erinnert nur noch wenig an die Zerstörungen des Krieges. Nur ein Problem ist bis heute noch nicht mal ansatzweise gelöst: die flächenhafte Kontamination des Bodens mit Dioxinen: Der Einsatz des Entlaubungsmittels "Agent Orange" ist zu einer der weltweit folgenreichsten Altlasten geworden. In Vietnam wird die Dioxinkontamination verschwiegen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird versucht das Problem in den Griff zu bekommen. Welche Möglichkeiten hat die Literatur in Vietnam den Vietnamkrieg und seine Folgen zu diskutieren? Und will sie es überhaupt? Vietnams Erinnerungskultur zwischen politischer Rückwärtsgewandtheit und zukunftsorientierter Wirtschaftsdynamik und der Kampf gegen das Dioxin. Gabi Schlag hat in Vietnam recherchiert.
Dienstag 22:03 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

weltmuseum wienDie Grenzen der Empathie. Wenn das Mitfühlen zu viel oder zu wenig wird (2). Gestaltung: Hans Groiß Das Weltmuseum Wien und seine Sammler. Von Kopfjägern, Pfeilen und Sprachlisten (2). Gestaltung: Ulrike Schmitzer Der Clown des Bebop. Zum 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie (2). Gestaltung: Günter Kaindlstorfer
Dienstag 22:08 Uhr

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Eins Live

1LIVE Soundstories

Farin-UrlaubHörspiele und Features. Wirklichkeiten neu montiert Schlechte Lieder, die lausig klingen Das Farin-Urlaub-Special Von Jochen Schliemann Regie: Matthias Kapohl bis 24:00 Uhr Farin Urlaub hat in seiner Karriere mehr Hits geschrieben als fast jeder andere deutsche Interpret - die meisten mit seiner Rockband Die Ärzte, einige auch als Solokünstler. Doch das Image des perfekten Musikers mit Nummer-1-Gen wird nun torpediert - vom Künstler selbst.
Dienstag 23:00 Uhr

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