88vier

Ohrfunk-Hörzeit

Hörspiele, Features und Literatur für Große und Kleine Ohren - Redaktion: Bianca und Jens Bertrams
Donnerstag 09:00 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Allein in der Menge

einsamkeitWenn Einsamkeit krank macht (4). Gestaltung: Madeleine Amberger Großbritannien hat neuerdings eine eigene Ministerin für Einsamkeit. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf neueste Daten: Rund 15 Prozent der Briten geben an, sie fühlten sich häufig einsam. In Australien will die Regierung mit rund 30 Millionen Euro lokale Organisationen unterstützen, die beim Knüpfen zwischenmenschlicher Kontakte helfen. In Deutschland steht im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD, man werde angesichts einer zunehmend individualisierten, mobilen und digitalisierten Gesellschaft "Strategien und Konzepte entwickeln, die der Einsamkeit in allen Altersgruppen vorbeugen und Vereinsamung bekämpfen". Einsamkeit und die sozialen sowie gesundheitlichen Folgen gelten als demographische Zeitbombe. Denn: Immer mehr Menschen leben länger. Je älter der Mensch, desto eher fühlt er sich im Abseits. Einer der Gründe ist, dass Senioren im Laufe des langen Lebens Freunde und Familienmitglieder verloren haben. Das soziale Netz wird also immer schwächer. Ein weiterer Grund: die eingeschränkte Mobilität. In einen Klub oder zu einer Veranstaltung zu gehen, ist nicht mehr möglich. Gerade für Senioren können daher digitale Hilfsmittel wie Skype und soziale Medien eine Bereicherung darstellen. Doch das ist nur eine Seite der technologischen Medaille: Viele jüngere Menschen sind zwar bestens vernetzt, doch beschreiben sich zunehmend als einsam. Soziale Medien befriedigen nur eingeschränkt, was der Mensch als soziales Wesen braucht: Gespräche, Zuwendung, Geborgenheit, Liebe. Eine britische Befragung kam zu dem überraschenden Schluss, dass 18- bis 35-Jährige häufiger an Einsamkeit leiden als die über 55-Jährigen. Dieses Ergebnis, so die Forscher, sei auf alle westlichen Gesellschaften umzulegen, denn: Es gebe immer weniger Platz für gewachsene Gemeinschaften. Menschen ziehen für die Ausbildung weiter von daheim weg als früher; im Berufleben werden die Pendelzeiten immer länger. Die Arbeitszeit dehnt sich dank Technologie in die Freizeit aus. Kurz: Das moderne Leben macht es also schwieriger, bedeutsame Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen. Einsamkeit verursacht nicht nur emotionales Leid, sie kann krank machen. Laut einer US-amerikanischen Studie liegt das Demenz-Risiko bei alten Menschen umso höher je einsamer sie sich fühlen. Finnische und schwedische Wissenschafter analysierten Langzeitdaten von fast einer halben Million Menschen. Demnach leiden sozial Isolierte eher an chronischen Erkrankungen. Eine britische Studie bestätigte ein um 43 Prozent höheres Risiko einen ersten Herzinfarkt zu erleiden. Daraus ergibt sich: Einsamkeit zu bekämpfen würde auch das Gesundheitssystem entlasten. Diesen Schluss lässt ein Pilotprojekt in einer englischen Kleinstadt zu: Seit Ärzte, Gemeinde und private Organisationen versuchen, vereinsamten Menschen mit ihren behördlichen sowie gesundheitlichen Problemen zu unterstützen und ihnen zu sozialen Kontakten zu verhelfen, gingen die Aufnahmen in den Notambulanzen zurück.
Donnerstag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Krieg und Lüge Natürliche Verbündete? NS-Propagandamaschinerie Lug im Dritten Reich Das Kalenderblatt 19.7.1695 Weltweit erste Heiratsanzeige erscheint in englischer Wochenzeitung Von Carola Zinner Krieg und Lüge - Natürliche Verbündete? Autor: Thies Marsen / Regie: Martin Trauner Wer Krieg führt, versucht nicht nur die Schlachten auf dem realen Feld für sich zu entscheiden, sondern auch die auf dem Feld der Information und Desinformation. Gezielte Fehlinformation ist eine entscheidende Waffe im akuten Kriegsgeschehen - um den Gegner zu verunsichern, Verbündete zu gewinnen, die Moral der eigenen Soldaten und der sogenannten "Heimatfront" zu stärken. Die Berichterstattung über einen Konflikt kann kriegsentscheidend sein, weshalb Kriegsparteien versuchen, die Berichterstattung zu kontrollieren. Längst ist es zudem Usus, dass die Informationspolitik in die Hände professioneller PR-Agenturen gelegt wird. Durch das Internet sind die Möglichkeiten von Information und Desinformation noch einmal eklatant gestiegen. Entsprechend viel Energie wenden Kriegsparteien darauf, im weltweiten Netz ihre Sicht der Dinge zu verbreiten und den Gegner zu verunsichern und zu diskreditieren. NS-Propagandamaschinerie - Lug im Dritten Reich Autorin: Renate Eichmeier - Regie: Sabine Kienhöfer Propaganda war für die Nationalsozialisten ein zentraler Begriff. Dahinter steckte die Vorstellung, dass man die breite Masse beliebig manipulieren kann. Mit dem Hakenkreuz und den braunen Uniformen als einprägsame Markenzeichen, Adolf Hitler als massenwirksamen Redner und einer einfachen Botschaft griff die NSDAP auf die Massen zu. Einerseits die Feinde - die Weimarer Demokratie, die Juden, die Volksverräter. Demgegenüber die Vision einer nationalen Wiedergeburt in einer imaginierten harmonischen Volksgemeinschaft. Nach der Machtübernahme 1933 vereinnahmten die Nazis propagandistisch alle staatlichen Einrichtungen und gesellschaftlichen Bereiche inklusive der Medien. Der totale Zugriff auf die Menschen erfolgte, ihre Einbeziehung in nationalsozialistische Masseninszenierungen: Reichsparteitage, Aufmärsche, Totenkultfeiern ... Letztendlich schwebte den NS-Akteuren die Gesellschaft als propagandistisches Gesamtkunstwerk vor. Moderation: Redaktion: Nicole Ruchlak
Donnerstag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Silvio Gesell und die Freiwirtschaftslehre

silvio gesellVon Schwundgeld und kleinen Wundern (4). Gestaltung: Juliane Nagiller In den Jahren 1932 / 1933 ereignete sich in der kleinen, Tiroler Gemeinde Wörgl ein regelrechtes Wunder. Während im ganzen Land die Arbeitslosigkeit stieg, ging die Zahl der Arbeitslosen in Wörgl um 25 Prozent zurück. Das Wiener "12-Uhr-Blatt" schrieb: Wörgl hat plötzlich Weltbedeutung erlangt. Hinter diesem Weltruhm stand ein Experiment des damaligen Wörgler Bürgermeisters Michael Unterguggenberger. Er führte eine eigene Währung im Tausch für Arbeitskraft ein, die nur im Umkreis von Wörgl gültig war - das Schwundgeld. Damit es gültig blieb, musste man jeden Monat eine Wertmarke auf den Schein kleben. Wer beispielsweise einen 10-Schilling-Schein über das Monatsende hinaus behalten wollte, musste für zehn Groschen eine Marke kaufen und sie auf den Schein kleben. Über die Idee zum Schwundgeld stolperte Michael Unterguggenberger regelrecht. Als er im Jahr 1916 als Lokomotivführer in der Nähe der Front seinen Dienst tat, fand er im Zug eine Ausgabe der Zeitschrift "Der Physiokrat". Diese monatliche Zeitschrift wurde zwischen 1912 und 1916 von Silvio Gesell und seinem Mitstreiter Georg Blumenthal herausgegeben. Der 1862 geborene Silvio Gesell gilt als Begründer der Freiwirtschaftslehre, die er in seinem Hauptwerk Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld veröffentlichte. Um Stagnationserscheinungen und eine wirtschaftliche Rezession zu vermeiden, sei es die primäre Aufgabe des Staates für einen stabilen Umlauf im Geldwesen zu sorgen, argumentierte Silvio Gesell. Freigeld, also Geld das einem Wertverfall unterworfen ist, steht unter Umlaufzwang. Da es schnell ausgegeben wird, regt es Investitions- und Konsumausgaben an und verhindert Deflation und Arbeitslosigkeit. Der ökonomische Autodidakt Gesell lehnte den Zins ab und beklagte, dass das Geld tauschdynamisch den Waren und der Arbeitskraft überlegen sei. Denn diese lassen sich nicht unbegrenzt bewahren, verderben oder verlieren an Wert. Wird hingegen Geld aufbewahrt gewinnt es durch den Zins sogar an Wert. Würde das Geld jedoch "rosten", dann würden sich Geldbesitzer nicht mehr weigern das Geld zirkulieren zu lassen, so Gesells Idee. Seit der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise werden die Ideen von Silvio Gesell wieder stärker diskutiert. Das Problem, dass Menschen und Banken Geld horten anstatt es zu investieren, erscheint wieder aktuell. Auf regionaler Ebene wird aktuell nach Alternativen zum bestehenden Geldsystem gesucht. So gibt es in Österreich die Regionalwährung Waldviertler und in Bayern den Chiemgauer. Das Schwundgeld-Projekt in Wörgl wurde übrigens nach einem Jahr von der Bundesregierung verboten, da es gegen das Notenbank-Privileg verstieß. Eine Problematik mit der auch aktuelle Kryptowährungen bald konfrontiert werden könnten.
Donnerstag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Mucho gusto! Sehr angenehm!

Garcia HerrerosLateinamerikanisch-österreichische Musikszenen (4). Gestaltung: Maria Reininger Das ist zum einen die Vielzahl lateinamerikanischer Tanzlokale, die zu besuchen in Österreich schon lange nicht mehr als Begegnung mit dem Fremden gilt. Salsatanzen in einem der Wiener Innenstadtlokale ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Auch Sambaschulen und Candomblékurse befeuern seit vielen Jahren diverse Festln in Österreich. Das lateinamerikanisch-österreichische Zusammenwirken abseits des Breitenvergnügens hat auch Worldmusicstars hervorgebracht: Juan Garcia Herreros zum Beispiel - der E-Bassist aus Bogotà hat sich mit seinen Worldjazzkompositionen schon vor 10 Jahren einen Martin Kollerpreis erspielt, und sein Album Snow Owl wurde international gefeiert. Und Luis Ribeiro, Drummer und Percussionist, ursprünglich aus Sao Paulo. Er hat seine Virtuosität in den vergangenen Jahren in zahlreichen Formationen eingesetzt, und wird immer wieder für die großen Konzerthäuser nachgefragt. Einige seiner Musikerkollegen aus Brasilien sind wieder zurückgekehrt, nachdem sie jahrelang die österreichische Worldmusiczene geprägt haben: der Gitarrist, Sänger und einer der ersten Cajonspieler in Österreich, Alegre Correa gehört dazu. Und die Sängerin und Gitarristin Celia Mara pendelt seit ein paar Jahren zwischen Österreich und ihrem Kulturhaus in Salvador de Bahia in Brasilien. - Eine Lebensform von Kulturschaffenden, die zunimmt. Wiederkommen wird der kolumbianische Dirigent Andrès Orozco Estrada, und zwar als Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Seine Arbeit wirkt der Gefahr allzu deutscher Klassik-Interpretationen entgegen. Abseits des großen Konzertbetriebs feiern auch zahlreiche südamerikanische Immigranten-Communities ihre Musik. Die der Chilenen zum Beispiel, die in den 1970er Jahren vorm Militärputsch geflohen sind. Mit rund 1.000 von 18.000 Menschen lateinamerikanischer Herkunft hier in Österreich, ist das Grüppchen zwar überschaubar, aber im Vergleich kulturell aktiver als andere, mit mehreren Organisationen. Auch eine internationale Gesellschaft für chilenische Musik gehört dazu, die hier die chilenischen Komponisten der vergangenen hundert Jahre bekanntmachen möchte.
Donnerstag 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

jasminDüfte und ihre Wirkung Jasmin Die pure Verführung Mit Düften heilen Wie Riechen uns beeinflusst Das Kalenderblatt 19.7.1695 Weltweit erste Heiratsanzeige erscheint in englischer Wochenzeitung Von Carola Zinner Jasmin - Die pure Verführung Autorin: Nora Kaltenbeck / Regie: Susi Weichselbauemr Der Duft von Jasmin betört, sei es, wenn er direkt von den Blüten in die Nase strömt oder wenn er in Parfums zum Einsatz kommt. Dort ist er eine vielseitige und eine der beliebtesten Komponenten - und als Duftöl auch eine der teuersten, denn die Gewinnung ist extrem aufwendig. Jasmin gilt als Symbol für Reinheit und wird in hinduistisch, aber auch in buddhistisch geprägten Kulturen rituell verwendet. Doch Jasmin kann mehr als gut riechen: In der Aromatherapie kommt der Duft ebenfalls in vielen Anwendungsbereichen zum Einsatz und kann Beschwerden lindern. Doch längst nicht jede Jasmin-Art ist für die duftende Verwendung geeignet. Unter den hunderten Arten weltweit finden sich auch solche, die im Winter blühen, solche, deren Name falsche Rückschlüsse auf die Herkunft schließen lassen, und tatsächlich solche, die überhaupt nicht duften. Mit Düften heilen - Wie Riechen uns beeinflusst Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Christiane Klenz Der Riechsinn ist der älteste Sinn des Menschen. Und er funktioniert ohne Pause - 24 Stunden pro Tag, auch im Schlaf. Deswegen kann man sich auch eine Orange auf das Kopfkissen legen, wenn man seine Träume positiv beeinflussen will. Aber das ist natürlich nur ein scherzhaft gemeinter Nebeneffekt. Das Riechen hat sehr viel ernstzunehmendere Wirkungen: Seitdem bekannt ist, dass Riechzellen nicht nur in der Nase, sondern praktisch in jedem Organ vorkommen, arbeitet die Wissenschaft mit Hochdruck an der Frage, warum das so ist und welchen evolutionären Vorteil der Mensch aus der Tatsache gezogen hat. In der Forschung hat man sogar bereits erkannt, dass bestimmte Düfte das Wachstum von Krebszellen verlangsamen können. Darüber hinaus sind Duftstoffe auch Alleskönner, wenn es um das Thema Beruhigung und Einschlafhilfen geht, sie sind äußerst hilfreich bei der Haut- und Wundpflege und dienen unter anderem zur Insektenabwehr. Und schließlich sind sie sogar bereits an der Entstehung des menschlichen Lebens direkt dabei: Wie man seit einiger Zeit weiß, können Spermien "riechen" - sie finden ihren Weg zur Eizelle, indem sie einem Maiglöckchen-ähnlichen Duft folgen. Moderation: Redaktion: Gerda Kuhn
Donnerstag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

ExoskelettOrthese, Prothese, Exoskelett Technik für den Körper Von Elmar Krämer (Wdh. v. 30.03.2017) Kaputte Gelenke, amputierte Gliedmaßen - es gab eine Zeit, da führte all das zum Ende von freier Bewegung und natürlich auch sportlicher Aktivität. Heute sind sie eine der Herausforderungen für die Medizintechnik. Von Orthesen, die den Körper da stützen, wo er es selbst nicht mehr kann, über Prothesen, die auch dafür sorgen, dass beispielsweise der Olympiasieg über 1.500 Meter im Jahr 2016 bei den Paralympics desselben Jahres gleich vier Mal unterboten wurde, bis zum Exoskelett, das Querschnittsgelähmte wieder auf zwei Beinen laufen lassen soll und das im militärischen Bereich den Traum vom Supersoldaten auf eine neue Ebene hebt - technische Ersatz- oder Zusatzteile lassen den Menschen weiter funktionieren, wenn der Körper es allein nicht mehr schafft.
Donnerstag 19:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

EinsamkeitAllein in der Menge. Wenn Einsamkeit krank macht (4). Gestaltung: Madeleine Amberger Silvio Gesell und die Freiwirtschaftslehre. Von Schwundgeld und kleinen Wundern (4). Gestaltung: Juliane Nagiller Mucho gusto! Sehr angenehm! Lateinamerikanisch-österreichische Musikszenen (4). Gestaltung: Maria Reininger
Donnerstag 22:08 Uhr

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