Bayern 2

radioWissen

Warschauer GhettoWider die Barbarei! Warschauer Ghetto Aufstand der Wehrlosen Eingeschleust nach Auschwitz Witold Pilecki Das Kalenderblatt 19.4.1511 Erstes Brunnhaus in München Autorin: Birgit Magiera Warschauer Ghetto - Aufstand der Wehrlosen Autor: Jan Pallokat / Regie: Martin Trauner Nur wenige Überlebende und kaum Dokumente: Der Aufstand im Warschauer Ghetto ist zum Symbol jüdischen Widerstands geworden, der sich tief in der kollektiven Erinnerung nicht nur der Juden eingeprägt hat. Das erkennt man schon daran, dass der ein Jahr später stattfindende "Warschauer Aufstand" des nicht-jüdischen Widerstands, der militärisch betrachtet bedeutsamer war, mit ihm immer wieder verwechselt wird. Noch auf den Ruinen des niedergebrannten Stadtteils, in dem hunderttausende Juden den Tod gefunden hatten, wurde kurz nach dem Krieg das Mahnmal der Ghetto-Helden errichtet, vor dem Willy Brandt Jahrzehnte später auf die Knie sinken wollte. Nach dem Krieg entstanden rund um den Aufstand zahlreiche Legenden... Eingeschleust nach Auschwitz - Witold Pilecki Autor: Niklas Nau / Regie: Sabine Kienhöfer Ein Pass mit dem Namen Tomasz Serafinski, die Häftlingsnummer auf den Unterarm tätowiert - scheinbar ein Häftling wie zahllose andere im KZ Auschwitz. Nur, dass Tomasz Serafinski eigentlich Witold Pilecki heißt und "freiwillig" hier ist! Der polnische Offizier und Mitbegründer der Untergrundorganisation Tajna Armia Polska hatte sich 1940 absichtlich bei einer Razzia in Warschau festnehmen lassen. Bis 1943 berichtete er dem Untergrund und den Alliierten von den Gräueltaten der Nazis in Auschwitz und gründete dort ein Widerstandsnetzwerk. 1943 gelang es Pilecki, aus dem Lager zu fliehen. Er versuchte, die Alliierten zur Befreiung des Lagers zu drängen, womit er jedoch scheiterte. Schließlich kämpfte er im Warschauer Aufstand und verbrachte die letzten Kriegsmonate in deutscher Gefangenschaft. Nach dem Krieg sammelte er Beweise für sowjetische Verbrechen im besetzten Polen, wurde vom kommunistischen Geheimdienst Polens gefangen, gefoltert und schließlich nach einem Schauprozess hingerichtet. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes wurde er rehabilitiert. Moderation: Redaktion. Nicole Ruchlak
Donnerstag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Freiheitsträume und Realpolitik:

Prag und Bratislava 1918-2018 (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch 2018 begehen Österreichs Nachbarn Tschechien und die Slowakei mehrere wichtige Jahrestage. Vor 50 Jahren weckte der Prager Frühling - also das Liberalisierungsprogramm der tschechoslowakischen KP unter Alexander Dubcek sowie der Reformdruck von Seiten der Zivilgesellschaft - Hoffnungen auf einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Doch nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts am 21. August 1968 wurde der Frühling gewaltsam beendet. Die Tschechoslowakei war erst 50 Jahre zuvor gegründet worden. Sie entstand als Staat im Zuge des Zerfalls der Habsburger Monarchie am Ende des Ersten Weltkriegs. Häufig ist von der magischen Acht die Rede, da viele Ereignisse in Jahre fielen, die mit einer Acht enden: 1918, 1938, 1948, 1968. Infolge von Nationalsozialismus und Kommunismus machte die Tschechoslowakei turbulente Jahre durch. Als Protektorat Böhmen und Mähren wurde sie dem nationalsozialistischen Deutschland einverleibt. Ein Großteil der jüdischen Bevölkerung, die das Leben vor allem auch in Prag entscheidend mitgeprägt hatte, wurde im Holocaust vernichtet. Das schwierige Verhältnis zwischen Deutschen und Tschechen konnte erst nach der Wende schrittweise aufgearbeitet werden. Mit dem Fall der Mauer begann aber auch der Kitt zwischen Tschechen und Slowaken zu bröckeln. Uralte Spannungen traten verstärkt zutage, das Gefühl der Slowaken, als kleinere Nation stets einen geringeren Stellenwert im gemeinsamen Staat gehabt zu haben, führte zu Forderungen nach Unabhängigkeit. Mit 31. Dezember 1992 wurde die Tschechoslowakei aufgelöst. Mit 1. Jänner 1993 - also vor 25 Jahren - entstanden die beiden neuen Staaten Tschechien und Slowakei.
Donnerstag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Positionen in der Kunst

Florian HeckerNam Jun Paik, Florian Hecker, Marina Abramovic, Ashley Hans Scheierl (4). Gestaltung: Thomas Mießgang und Christine Scheucher Die Radiokolleg-Langzeitserie "Positionen in der Kunst" will Kristallisationspunkte in der Entwicklung der Kunst der vergangenen 50 Jahre aufzeigen: Momente, in denen sich eine neue Dringlichkeit, mediale Sensibilität oder auch politische Durchschlagskraft auf eine Weise manifestierte, die man bis dato so noch nicht gekannt hatte. Eine Kunst, die traditionelle Genres transzendiert und im intermedialen Diskurs neue ästhetische Sprachen zwischen Sinn und Sinnlosigkeit, zwischen Traum und Trauma zur Debatte stellt. Von Andy Warhol bis Florian Hecker, von Valie Export bis Anne Imhof. Motto: Was zählt, das liegt dazwischen. Die Edition April 2018 umfasst ein breites Spektrum zwischen etablierten Positionen und kontemporären Ansätzen: Ashley Hans Scheirl - Queere Metamorphosen Die österreichische Transgender-Malerin, Konzept-, Mixed Media-, Performance, Body-Art- und Videokünstlerin Ashley Hans Scheirl, die derzeit in Wien lebt, arbeitet und unterrichtet, hat, lange vor den derzeit aktuellen Queer-Debatten und Judith Butler-Exegesen das Thema Geschlechtsidentität/ -laterität ins Zentrum ihrer Kunst gestellt: Sie setzt sich mit der Libido der Ökonomie auseinander und mit der Ökonomie der Libido und begleitete die Entwicklung ihrer Kunst durch geschlechtliche Metamorphosen der eigenen Physis: Interpersonelles Handeln als künstlerische Praxis.
Donnerstag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Turandot

Verwandlungen einer orientalischen Prinzessin (4). Gestaltung: Nadja Kayali und Michaela Schierhuber Heiratsunwillig, kalt, hartherzig und stolz: so tritt die chinesische Prinzessin Turandot in der Operngeschichte auf. Doch woher kommt die Figur der Turandot eigentlich und wie sah deren Wandlung über Jahrhunderte hinweg aus? Aus China stammt sie nämlich nicht- und auch als hartherzig wird sie in den epischen Ursprüngen nicht beschrieben. Ihren ersten Auftritt hat Turandot bei dem persischen Dichter Nizami Ende des 12. Jahrhunderts und findet, über die Wandlung zur chinesischen Prinzessin 300 Jahre später, ihre Bewunderer im Frankreich des späten 17. Jahrhunderts. Dort beginnt nun die Popularität dieser Figur rasant an Fahrt aufzunehmen und findet bald ihren Weg auf die Theaterbühne der Commedia dell"Arte. Der Venezianer Carlo Gozzi feiert mit seiner Theaterfassung über Turandot einen so großen Erfolg, dass sein Werk niemand geringeren als Goethe, Schiller, Schlegel oder E.T.A. Hoffmann inspiriert. Gerade eine Rückübersetzung ins Italienische von Schillers Bearbeitung der Turandot fällt schließlich auch Puccini in die Hände und dieser widmete der Prinzessin sein letztes Werk. Doch die Reise von der persischen Dichtung über die italienische Commedia dell"Arte auf die Opernbühne hinterließ bei Turandot Spuren. Einzig der Rätselhaftigkeit, aber auch der Rätselfreudigkeit Turandots hat dies keinen Abbruch getan. Personelle Eigenheiten und Adaptierung der Handlung erfuhren jedoch einen steten Wandel, was sich auch in der unterschiedlichen musikalischen Darstellung niederschlägt. Die Charaktere in Puccinis Oper, allen voran die beiden Frauenfiguren Turandot und Liù, werden musikalisch ausdifferenziert, ebenso finden exotisierende und chinesisch anmutende Klänge Eingang in das Werk. Dass aber gerade diese Wandlungen, allen voran der charakterliche Wechsel der Prinzessin, ihre Tücken haben, musste auch Puccini erfahren: er haderte mit der Vertonung dieser schwierigen Stelle schließlich so lange, dass er darüber starb. Die Überlegungen zum Schluss dieser Turandot halten jedoch bis ins 21. Jahrhundert an, wie Luciano Berio unter Beweis stellt.
Donnerstag 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

gehirnDer Kosmos im Kopf Das Gehirn Die Schaltzentrale des Körpers Einblicke ins Gehirn Grenzen der bildgebenden Verfahren Das Kalenderblatt 19.4.1511 Erstes Brunnhaus in München Von Birgit Magiera Das Gehirn - Die Schaltzentrale des Körpers Von Veronika Bräse / Regie: Susi Weichselbaumer Einblicke ins Gehirn - Grenzen der bildgebenden Verfahren Von Daniela Remus Moderation: Redaktion: Gerda Kuhn
Donnerstag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

WindkraftMacht Windkraft krank? Grüne Energie in der Kritik Von Heinz-Jörg Graf Etwa 800 Bürgerinitiativen protestieren in Deutschland gegen den weiteren Ausbau von Windenergieanlagen. Sie verschandelten die Landschaft und ständen zu dicht an Wohnhäusern, gefährdeten so die Gesundheit von Menschen. Besonders schädlich sei niederfrequenter Schall, der von den Anlagen ausgehe und zahlreiche Beschwerden auslöse: von Schlafstörungen und Übelkeit bis zu Herzrasen und Depressionen. Was ist dran an der Kritik? ,Zeitfragen" spricht mit Ärzten und Betroffenen und setzt sich mit Studien auseinander, die Pro und Contra behaupten. Übertreiben Betroffene? Sind sie gar Simulanten wie manche Betreiber von Windkraftanlagen sie gern darstellen? Oder hat die Windkraft tatsächlich das Zeug, nicht nur Strom, sondern auch Krankheiten zu generieren?
Donnerstag 19:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

marina abramovicFreiheitsträume und Realpolitik: Prag und Bratislava 1918-2018 (4). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Positionen in der Kunst. Nam Jun Paik, Florian Hecker, Marina Abramovic, Ashley Hans Scheierl (4). Gestaltung: Thomas Mießgang und Christine Scheucher Turandot. Verwandlungen einer orientalischen Prinzessin (4). Gestaltung: Nadja Kayali und Michaela Schierhuber
Donnerstag 22:08 Uhr

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