Bayern 2

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senfMeerrettich Wurzel mit Heilkraft Senf Der gesunde Scharfmacher Das Kalenderblatt 29.3.1829 Grabbes "Don Juan und Faust" uraufgeführt Von Justina Schreiber Meerrettich - Wurzel mit Heilkraft Autorin: Regina Fanderl / Regie: Rainer Schaller Viele kennen sie noch: die "Krenweiberl" oder fränkisch "Kreeweibla". Bis zum Ende der Nuller-Jahre warteten sie in den Innenstädten von München oder Nürnberg auf Kundschaft und boten in ihren bunten, fränkischen Trachten zwischen Douglas und H&M einen recht exotischen Anblick. Dass Frauen aus den ländlichen Gegenden Frankens Meerrettich verkauften, ist also längst Geschichte. Die scharfe Wurzel selbst wird aber nach wie vor auf mittelfränkischen Sandböden angebaut, wandert dann, geputzt, gerieben und in kleine Gläser gefüllt, in die Supermärkte. Die Bedeutung des Krens als Fleisch- oder Fischgewürz ist ungebrochen. Selbst in der Spitzengastronomie ist er längst angekommen. Die ausgeprägte Heilwirkung des Meerrettichs scheint dagegen fast vergessen zu sein. Dabei hatte er früher einmal den Beinamen "Penicillin der Bauern". Er wirkt krampflösend, hat viele Vitamine und steigert die Durchblutung. Sogar gefährlichen Keimen bietet das uralte Kulturgewächs Paroli. Senf - Der gesunde Scharfmacher Autorin und Regie: Sabine Kienhöfer Der erste Eindruck: harmlos. Die trockenen gelben oder dunkelbraunen Samenkörner der Senfpflanze riechen nach nichts. Wenn man in sie hinein beißt, schmecken sie zuerst mild und nussartig, Erst nach längerem Kauen entstehen Senföle, die dann für die bekannte, brennende Schärfe im Mundraum sorgen. Diesen Geschmack schätzten die Chinesen schon vor 3000 Jahren. Über Kleinasien gelangte das Gewürz nach Griechenland und wurde ab dem Mittelalter auch in Deutschland ein beliebtes Würzmittel, das heute in den verschiedensten Geschmacksrichtungen hergestellt wird. Doch Senf ist nicht nur ein Genussmittel. Früh schon wurde er auch als Heilmittel eingesetzt. Senf galt als Wunderwaffe im Kampf gegen Keime, Entzündungen und Verdauungsbeschwerden. Und das zu Recht, denn mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass Senföle tatsächlich antibakteriell wirken und sogar das Risiko, an Krebs zu erkranken, senken. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Matthias Eggert
Freitag 09:05 Uhr

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BR-Klassik

Das Musik-Feature

Heinz StuckenschmidtEin Ballett mit acht Grammophonen und andere Experimente Musik am Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin Von Claus Fischer Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Am 21. März 1919 wurde in Weimar das Bauhaus gegründet, die wichtigste Kunsthochschule des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Dass neben Bildender Kunst, Formgestaltung und Architektur auch die Musik im Curriculum eine Rolle spielte, ist heute kaum noch präsent. Wie klang das Bauhaus? Welche Kompositionen sind in seinem Umfeld entstanden? Und in welchem Kontext wurde sie aufgeführt? Ein spannendes Beispiel ist etwa das "mechanische Ballett", das Kurt Schmidt und Hans Heinz Stuckenschmidt auf die Bauhaus-Bühne gebracht haben. Hier wurden die Tänzer hinter geometrischen Figuren versteckt. So entstand ein abstraktes Bild, das sich laufend veränderte und auch von innovativer Musik begleitet wurde. Man setzte acht Grammophone ein, auf jedem Plattenteller lag die gleiche Schellackplatte mit Beethovens Fünfter Sinfonie. Im Abstand von einigen Sekunden wurden diese Grammophone dann nacheinander in Gang gesetzt, womöglich das erste "Sampling" der Musikgeschichte!
Freitag 19:05 Uhr

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Deutschlandfunk

Das Feature

sylvère lotringerNietzsche in New York Der französische Verleger Sylvère Lotringer Von Jean-Claude Kuner Regie: Jean-Claude Kuner Produktion: WDR/Dlf 2019 Wie Nietzsche lebt er zwischen Philosophie und Kunst: der französische Verleger Sylvère Lotringer. Für seinen in New York gegründeten Verlag semiotext(e) führt er Interviews mit Philosophen wie Jean Baudrillard oder Paul Virilio, aber auch mit dem Schriftsteller William S. Burroughs und dem Komponisten John Cage. Dabei entsteht ein einzigartiges Tonarchiv. 1938 als Kind polnisch-jüdischer Einwanderer in Paris geboren, überlebt Lotringer versteckt unter falscher Identität den Krieg. Eine Erfahrung, die sein gesamtes Leben beeinflusst. Als er 1972 in New York Professor für Literatur und Philosophie an der Columbia Universität wird, fühlt er sich wie ein ausländischer Agent in Sachen Kultur. Die französischen Philosophen der Zeit wie Michel Foucault oder Gilles Deleuze sind in den USA weitestgehend unbekannt. Schon seit den 1950er-Jahren zieht Lotringer mit Mikrofon und Tonbandgerät in die Welt hinaus, um die Philosophie direkt ins Leben zu integrieren. Er wird damit zu dem Vermittler zwischen französischer Philosophie und US-amerikanischer Kunst-Avantgarde. Viele seiner Aufnahmen sind zum ersten Mal zu hören. Nietzsche in New York
Freitag 20:10 Uhr

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