Ö1

Radiokolleg - Wenn die Kinder Erwachsene sind

Generationenbeziehungen im Wandel (1). Gestaltung: Margarethe Engelhardt - Krajanek Kaum eine Beziehung scheint so selbstverständlich, kaum eine Beziehung ist so widersprüchlich wie die zwischen Eltern und Kindern. Geprägt ist das Eltern-Kind-Verhältnis von Sorge und Anteilnahme, aber auch von Abgrenzung und Autonomiestreben. Im Idealfall begleiten Eltern ihre Kinder zur Selbständigkeit. Doch: was dann? Eltern sein bleibt eine lebenslange Aufgabe. Denn sobald die Kinder außer Haus sind, die Beziehung zum Nachwuchs frei von Verpflichtungen ist, fällt auch der rituelle Rahmen alltäglicher Handlungen weg. Was bleibt, ist der Wunsch, am Leben der jungen Erwachsenen teilzuhaben. Deren Weg scheint manchmal jedoch schwer nachvollziehbar. Wie lassen sich konträre Ansichten der Kinder mit dem eigenen Selbstverständnis harmonisieren? Die jungen Erwachsenen wiederum ringen jahrelang damit, sich als eigenständige Persönlichkeiten zu behaupten. Äußerliche Ähnlichkeiten mit Vater oder Mutter werden oft als Makel empfunden. Makeup, Bartschnitt oder Kleidung helfen, eine Differenz zu betonen. Das Ziel ist immer, ausreichend Distanz zur Herkunftsfamilie schaffen, um sich als eigenständige Persönlichkeiten zu behaupten. Und hier kommen die Freundinnen und Freunde ins Spiel. Schwiegerkinder widersprechen oft den Vorstellungen der Eltern vom idealen Partner, der idealen Partnerin. Sie machen sichtbar, was die Jungen wollen und wohin sie sich entwickeln werden. Damit geraten eingespielte Verhaltensmuster in Bewegung, das Verhältnis zwischen den Generationen wird neu definiert.
Montag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Heinrich BarthEntdeckungsreisen in Afrika Heinrich Barth - Der vergessene Afrika-Forscher Autor: Linus Lürig / Regie: Dorit Kreissl Als sich die Karawane um Heinrich Barth im Frühjahr 1850 in Tripolis in Bewegung setzt, kann niemand ahnen, dass hier eine der denkwürdigsten Afrika-Expeditionen beginnt. Das Ziel: Die Erkundung der bis dahin in Europa weitgehend unbekannten Sahara. Wie gefährlich das Vorhaben ist, merkt der deutsche Forscher schon nach wenigen Wochen. Er möchte allein das sagenumwobene Idinen-Gebirge erkunden. Bei sengender Hitze verirrt er sich in der vegetationslosen Region. Als ihm die Wasservorräte ausgehen, trinkt er sein eigenes Blut. Kurz vor dem Tod wird Barth von einem Tuareg gerettet. Mary Leakey - Die Entdeckerin des Nussknackermenschen Autor: Florian Kummert / Regie: Irene Schuck Sie erforschte die frühe Menschheitsgeschichte in Ostafrika und wurde zur erfolgreichsten Paläoanthropologin der Welt: Mary Leakey. Mit ihren Funden konnte sie beweisen, dass die Wiege der Evolution nicht - wie bislang gedacht - in Asien liegt, sondern in Afrika. Mit 20 lernt sie den Afrikaforscher Louis Leakey kennen und lieben, der in der Olduvai-Schlucht in Ostafrika revolutionäre Grabungen durchführte. Mary Leakey war fasziniert. Schon als Kind wollte sie Höhlenforscherin werden, reiste mit ihrem Vater um die Welt und flog aus einem katholischen Internat, als sie das Chemielabor fast in die Luft gejagt hätte. Ohne Schulabschluss, als Autodidaktin, brachte sie mit ihrer archäologischen Feldarbeit die Fachwelt zum Staunen. Mary Leakey findet die kleinen Vorfahren der Gorillas, den Menschenaffen "Proconsul africanus", und einen Schädel eines vor circa zwei Millionen Jahren lebenden Vormenschen. Wegen des voluminösen Kiefers bekam er den Spitznamen "Nussknacker-Mensch". Ein spektakulärer Fund, der die Geschichte des homo sapiens in neuem Licht erschienen ließ. Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Ein Gotteskrieger in Lederhosen

Andreas Hofer zum 250. Geburtstag (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht Er ist das Urbild des "waschechten" Tirolers - von imposanter Statur, mit schwarzem Bart, Hut und Lederhose: Andreas Hofer, der wohl wie kein anderer dem Klischee eines echten Volkshelden entspricht: Unter seiner Führung erhoben sich 1809 ein paar tausend Bauern gegen die mit Napoleon verbündeten Bayern, die vier Jahre zuvor die Herrschaft in Tirol übernommen hatten. Die neuen Machthaber betrieben eine radikale Modernisierungspolitik nach französischem Vorbild: Privilegien, wie das Recht, nicht zum Wehrdienst eingezogen zu werden, fielen, es kam zu Steuererhöhungen und zu Reformen des Gesundheitswesen. Zudem wurden die Konfessionen einander gleichgestellt. Gegen all das wehrten sich die Tiroler; und der Gastwirt, Wein- und Viehhändler Andreas Hofer, 1767 im Passeier im heutigen Südtirol geboren, wurde zur Leitfigur des Widerstandes - mit klar anti-aufklärerischen Zügen: So wird etwa, nach dem ersten Sieg am Bergisel, die von den Bayern eingeführte Pockenschutzimpfung als "Teufelszeug" verdammt und dem "Weibsvolk" weitestgehende Verhüllung vorgeschrieben. Schließlich unterliegt Andreas Hofer den französischen Truppen, flieht nach Südtirol, wird verraten, gefangengenommen und 1810, auf Befehl Napoleons, in Mantua hingerichtet. Seitdem gilt er als Freiheitsheld par excellence und ist bis heute die meistverehrte historische Figur in ganz Tirol. Nach seinem Tod wurde er allerdings zur Mehrzweck-Symbolfigur für Liberale und Konservative ebenso wie für Austrofaschisten und Nazis. Nach 1945 stand "der Hofer" dann überhaupt für die Tiroler, für die Einheit des Landes und sogar für die "Bumser" genannten Sprengstoffterroristen, die diese Einheit herbeibomben wollten. So ist der "Mythos Hofer", die Geschichte seiner Inszenierung und Instrumentalisierung im Grunde interessanter als die eigentliche historische Figur. Allen Mythen, so formulierte es einmal der Politologe Anton Pelinka, sei gemein, dass sie einen zugefügten Schmerz verewigen und immer wieder in Erinnerung rufen wollen. - Gemessen an der ungebrochenen Hofer-Verehrung, muss dieses Bedürfnis immer noch übermächtig sein.
Montag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Muezzine, Mekkapilger, Paradiesjungfrauen

Der Orient in der klassischen Musik (1). Gestaltung: Michaela Schierhuber und Nadj Kayali "Ob der Koran von Ewigkeit sei?" - das fragte sich Hugo Wolf in einem Lied auf einen Text von Goethe. Mit den Intrigen eines Wanderderwischs, der ein Liebespaar in eine Karawane nach Mekka einschleust, beschäftigte sich Christoph Willibald Gluck. Und die Scheherezade des Nikolai Rimsky-Korsakoff lässt uns in den Märchen aus 1001 Nacht schwelgen. Der Orient hält also viele Anknüpfungspunkte in der Themenfindung für europäische Künstler bereit. Auf religiöser Ebene bieten sich der Mystizismus eines Sufi-Ordens, die unterschiedlichen Auslegungen des Islam, der Koran oder die Figur eines Muezzin als Inspiration an. Doch auch die weltliche Perspektive kommt nicht zu kurz: kluge und schöne Frauen finden ebenso ihren Platz wie fromme Gläubige oder die Bandbreite an persischer Dichtung. Der Orient im Okzident hat viele musikalische Seiten. Vorstellungen und Bilder einer vermeintlich exotischen Welt vermischen sich mit detailgetreuen Szenen religiöser Rituale. Arabische, persische und türkische Wörter finden Eingang in die Welt der Oper. "Türkenszenen" finden sich auf den Opernbühnen ab der Zeit Ludwig XVI., das deutschsprachige Lied beruft sich auf die persische Dichtung. Und im 18. Jahrhundert entwickelt sich im so genannten alla turca Stil ein eigenständiges musikalisches Vokabular zur Orientalisierung klassischer Musik. Komponisten wie Lully, Rameau, Haydn, Mozart, Beethoven, aber auch Carl Maria von Weber oder Johannes Brahms haben den Orient im Okzident musikalisch verankert. Thematisch, spirituell oder musikalisch: die Faszination am Reichtum des Orients zieht bis heute Komponisten in ihren Bann. Nadja Kayali und Michaela Schierhuber folgen den klingenden Spuren, die der Orient im Okzident hinterlassen hat.
Montag 09:45 Uhr

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WDR5

Neugier genügt

guatemalaFeature: Alltägliche Gewalt in Guatemala Redezeit mit Birgit Lutz Grönland, Autorin: Infiziert mit dem Arktis-Virus Wiederholung: Di 04.05 Uhr
Montag 10:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

katharina von boraFrauen und die Reformation Katharina von Bora - Luthers bessere Hälfte? Autorin: Carola Zinner / Regie: Irene Schuck Es war ein Skandal ersten Ranges: Der ehemaliger Mönch Martin Luther, lautstarker Streiter für den wahren, bibeltreuen Glauben, hatte geheiratet - ausgerechnet eine ehemalige Nonne. Katharina von Bora war 1523 zusammen mit elf ihrer Mitschwestern aus dem Zisterzienserkloster Nimbschen geflohen. Für die meisten der Frauen fand sich - unter tatkräftiger Hilfe von Luther und seinen Weggefährten - im Anschluss ein neues Zuhause. Nur Katharina war noch unversorgt, bis Luther sich 1525 zur Ehe mit der rund 16 Jahre jüngeren Frau entschloss. Nach allem was man weiß, war es keine Liebesheirat - doch die Verbindung wurde überaus glücklich. Katharina, tüchtig, resolut, pragmatisch, kümmerte sich um den großen Haushalt und die zahlreichen Kinder und verschaffte ihrem Mann den nötigen Hintergrund für sein Schaffen. Damit wurde die einstige Nonne später zum Idealtypus der evangelischen Hausfrau und Familienmutter. Elisabeth von Rochlitz - Die vergessene Heldin der Reformation Autorin: Gabriele Hoffmann / Regie: Sabine Kienhöfer Elisabeth Landgräfin zu Hessen (1502- 1557) ist erst 13 Jahre alt, als sie mit dem Erbprinz Herzog Johann von Sachsen vermählt wird. Am Dresdner Hof, den der strenggläubige Herzog Georg von Sachsen mit harter Hand regiert, erwartet man eine anpassungsfähige, gläubige, fruchtbare Schwiegertochter. Doch man bekommt das Gegenteil: eine offenherzige, energische Frau, die sich zunehmend in die Politik einmischt und aus ihrer erwachenden Vorliebe für das Gedankengut Martin Luthers keinen Hehl macht. Als man Elisabeth das "Muul" verbietet, greift sie zur Feder und beeinflusst Religions- wie Reichspolitik schreibenderweise - eine emsige Netzwerkerin des 16. Jahrhunderts, der die protestantische Religion ein Herzens- und Gewissensanliegen ist. Dank Elisabeth wird Württemberg lutherisch. Ihren Beinamen "von Rochlitz" erhält sie, als sie mit 34 Jahren ihr Wittum in Rochlitz bezieht und dort, mitten im altgläubigen albertinischen Sachsen, die Reformation einführt - gedeckt vom Schmalkaldischen Bund. Für die Hauptleute des Bundes verrät Elisabeth im Schmalkaldischen Krieg ihren Landesherren, verliert daraufhin Besitz und Einfluss und wird von Kanzlisten wie Historikern unter den Tisch gekehrt. Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

MännergruppenDarüber spricht Mann (nicht) Männergruppen als Weg zur Selbstfindung Von Ralf Bei der Kellen und Tim Zülch Im Zuge der sogenannten 68er-Generation kritisierten die Frauen immer stärker und immer öffentlicher ihre Ungleichstellung gegenüber den Männern. In Frauencafés, Frauenbuchläden und Frauengruppen wurden die Mechanismen dekuvriert und die eigene Rolle innerhalb der Gesellschaft analysiert. Männer, die sich in linken und/oder alternativen Gruppen engagierten, sahen sich zunehmend unter Druck, ähnliche Gruppen zu gründen. Wo diese anfänglich von Frauen angeregt wurden oder auch aus Verunsicherung über das Verschwinden alter Klischees - und nicht zuletzt auch aus sexueller Frustration - entstanden, sind Männergruppen heute an einem ganz anderen Punkt. So wie die Frauen nach 1968 verstärkt ihre unterdrückte Position hinterfragten, so hinterfragen seit einigen Jahren Männer die in der Gesellschaft vorherrschenden Normen bezüglich Männlichkeit. Müssen Männer immer stark sein? Wie vereinbare ich Karriere und Vatersein? Wie ist das mit der Männergesundheit? Schließlich sterben Männer immer noch viel früher als Frauen. In diesem Prozess fühlen sich viele Männer hin- und hergerissen; die Rolle des scheinbar heute geforderten Alphasoftie, der stark ist und trotzdem gefühlvoll, überfordert viele. Der Besuch einer Männergruppe kann eine gute Möglichkeit sein, den eigenen Weg zwischen den Herausforderungen zu finden.
Montag 19:30 Uhr

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WDR5

Dok 5 - Das Feature

hebammeWeinen hilft dir jetzt auch nicht Gewalt in der Geburtshilfe Von Marie von Kuck Aufnahme DLF/WDR 2017 Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von gravierenden Verletzungen der Menschenrechte in geburtshilflichen Einrichtungen. Vertreterinnen der Organisation "Motherhood" schätzen, dass in Deutschland 40 bis 50 Prozent der Mütter betroffen sind. Hebammen und ärztliche Geburtshelfer als Gewalttäter, kann das sein? Eine Geburt markiert einen Neubeginn. Ein kleiner Mensch kämpft sich im engen Zusammenspiel mit der Mutter ins Leben. Für die Frau ist eine Geburt schmerzhaft und eine Grenzerfahrung, sie ist auf Zuspruch und Unterstützung einer kundigen Geburtshelferin angewiesen. Doch wenn Frauen ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringen wollen, dann geht es in den Krankenhäusern manchmal schockierend gewaltsam zu. Hauptsache, das Kind ist gesund! Fast die Hälfte aller Mütter macht Erfahrungen von Gewalt unter der Geburt. Kann das sein? - Sind Frauen heute vielleicht nicht mehr bereit, was auszuhalten? Haben sie falsche Erwartungen? Handelt es sich bei den Erfahrungen der Mütter gar um Missverständnisse? Fest steht, die komplikationslose, vaginale Geburt rechnet sich betriebswirtschaftlich für Geburtsstationen in Krankenhäusern nicht. Die vaginale Geburt mit Interventionen wie Periduralanästhesie, Wehentropf oder Saugglocke wird etwas besser honoriert. Ist das der Motor für Interventionen? Gewalt in der Geburtshilfe - ein Tabuthema, über das kaum gesprochen wird. Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, legen Mütter Rosen vor die Türen von Kreißsälen und Geburtskliniken. Als Zeichen, dass ihnen hier Gewalt angetan wurde. Jedes Jahr werden es mehr.
Montag 20:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

Wenn die Kinder Erwachsene sind. Generationenbeziehungen im Wandel (1). Gestaltung: Margarethe Engelhardt - Krajanek Ein Gotteskrieger in Lederhosen. Andreas Hofer zum 250. Geburtstag (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht Muezzine, Mekkapilger, Paradiesjungfrauen. Der Orient in der klassischen Musik (1). Gestaltung: Michaela Schierhuber und Nadj Kayali
Montag 22:08 Uhr

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