RBB kulturRadio

FEATURE

Nordost-GrönlandAm Ende der bewohnten Welt Unterwegs im Nationalpark Nordost-Grönland Von Mechthild Müser Regie: Maidon Bader Produktion: SWR 2014
Samstag 09:04 Uhr

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Ö1

Hörbilder

SterbebegleitungSterben nach Plan. Protokoll einer letzten Reise. Feature von Stefanie Müller-Frank (DLF/WDR 2017). Gerda und Hubert Bleibtreu. Vor zwei Monaten habe ich das Ehepaar erst kennengelernt. Da stand der Termin, an dem die beiden gemeinsam sterben wollten, schon fest. Zuvor hatten wir nur knappe, direkte Mails gewechselt: "Wenn Sie noch mit uns sprechen wollen", schrieb mir die 81-Jährige, "müssen Sie uns in Bonn besuchen kommen. Ich hole Sie am Bahnhof ab". Eine Zusage, die fast wie ein Befehl klingt. Und so bin ich in Basel in den Zug gestiegen. Sie sind alt, aber nicht todkrank. Sie wollen gemeinsam sterben und kennen den genauen Ablauf der Sterbebegleitung. Jetzt fehlt nur noch jemand, der nach dem Tod ihre Leichen identifiziert. Weil Tochter und Pfarrer zögern, Freunde und Nachbarn nichts davon wissen sollen, fragen sie mich, die Autorin.
Samstag 09:05 Uhr

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WDR3

WDR 3 Kulturfeature

heinrich böllHeinrich Böll Das Gewissen der Literatur Von Thomas von Steinaecker Aufnahme des WDR 2017 Wiederholung: So 15.04 Uhr Heinrich Böll war der Inbegriff des engagierten Autors. Was kann er uns heute sagen, in einer Zeit, die wie wenige andere von politischen Umbrüchen geprägt ist? Der Schriftsteller Thomas von Steinaecker hat sich auf eine Spurensuche gemacht. "Ich hasse den Krieg, ich hasse ihn aus tiefster Seele, den Krieg und jedes Leid, jedes Wort, jede Geste, jeden, der irgendwie etwas anderes kennt für den Krieg als Hass." Das schreibt Böll 1944 von der russischen Front nach Hause. Wie so viele seiner Generation hat er den Krieg am eigenen Leib erfahren. Mit Anfang 20 wird er Soldat, gerät in Gefangenschaft, steht nach seiner Heimkehr in Köln als gelernter Buchhändler vor dem Nichts. Aber anders als viele andere Deutsche empfindet er seine Erlebnisse und vor allem sein Überleben als Pflicht, im Nachkriegsdeutschland seine Stimme zu erheben und unbeirrt auf unliebsame Wahrheiten hinzuweisen, die man im Wirtschaftswunderdeutschland nur zu gerne verdrängen würde. Erzählungen wie "Wanderer kommst du nach Spa..." oder der Roman "Billard um halb zehn" sind sowohl Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit als auch Mahnung an seine Mitbürger. Bölls Erfolg ist enorm. Sehr schnell wird er im In- und Ausland zum Bestsellerautor, kann von seinen Büchern leben; wo immer er hinkommt, wird er gehört. Doch hier beginnt die zweite und in gewisser Weise tragische Geschichte des Menschen Böll: Nach seinem bis dahin kommerziell erfolgreichsten Roman "Ansichten eines Clowns", 1961, wird er mehr und mehr zum engagierten Autor, zu einem Künstler, der sich einmischt; aber je mehr Reden er hält und Aufsätze schreibt, desto weniger belletristische Werke entstehen. Als dann 1971 "Gruppenbild mit Dame" erscheint und er dafür als erster deutsche Schriftsteller nach dem Zweiten Weltkrieg den Literaturnobelpreis erhält, geht dieser äußere Triumph einher mit einer der traumatischsten Erfahrungen Bölls. Nach seinem Artikel "Will Ulrike Meinhof Gnade oder freies Geleit?" im "Spiegel" wird er über Jahre hinweg in den Medien diffamiert und von den Behörden schikaniert. Nur noch ein einziger Roman entsteht zu Lebzeiten. Allgemein hat sich die Meinung durchgesetzt, der engagierte Bürger Böll habe den einst hoch geschätzten Schriftsteller verdorben. So dichtete Robert Gernhardt: "Der Böll war als Typ wirklich Klasse. / Da stimmten Gesinnung und Kasse. / Er wär" überhaupt erste Sahne, / wären da nicht die Romane." Und heute? Ist die große Epoche der allseits bewunderten Großschriftsteller und Humanisten vorbei? Wie unterscheidet sich Bölls Rolle von der heutiger Schriftsteller? Kann ein Autor heute überhaupt noch etwas Vergleichbares bewirken? Der Schriftsteller und Filmemacher Thomas von Steinaecker nimmt die gegenwärtige politische Stimmung in Deutschland zum Anlass, Heinrich Böll, den politisch bewussten Autor par excellence, ästhetisch und inhaltlich einer Neubewertung zu unterziehen. Während der Lektüre der Hauptwerke Bölls, besucht er das Böll-Archiv in Köln und fährt nach Langenbroich, wo Böll starb und heute verfolgte Autoren aus aller Welt Gäste sind. Kollegen wie Uwe Tim und Eva Menasse beschreiben ihr Verhältnis zum Werk Bölls, Freunde wie Volker Schlöndorff und Reinhold Neven DuMont sowie sein Sohn René Böll erinnern sich an den Menschen Böll, der in zahlreichen Ausschnitten Interviews und Lesungen selbst zu Wort kommt. So entsteht ein persönliches, zeitgemäßes Porträt, angetrieben von der Suche nach etwas, was wir vielleicht mehr denn je brauchen: das Gewissen der Literatur.
Samstag 12:04 Uhr

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Bayern 2

radioFeature

Der einsame Tod des Herrn D. Berlin - ein Plattenbau mit elf Etagen und über 30 Wohnungen. Wenn die Nachbarn Herrn D. vor einigen Jahren zufällig im Fahrstuhl trafen, grüßten sie einander und erkundigten sich nach dem gegenseitigen Wohlbefinden. Herr D. war immer adrett angezogen, stets höflich. Dann kam der Alkohol, und der freundliche Mann schien immer häufiger neben sich zu stehen. Irgendwann gab es keine Begegnungen mehr ... Herr D. war verschwunden. Im Fahrstuhl unterhielt man sich nun darüber, was wohl mit ihm geschehen sei. Ist er womöglich im Altersheim? Zu Verwandten gezogen? Warum hat dann keiner die Wohnung ausgeräumt? Fünf Jahre nach dem Verschwinden macht die Polizei eine grausige Entdeckung. Sie findet die mumifizierte Leiche von Herrn D. auf dessen Sofa. Wie konnte es dazu kommen, dass für ein halbes Jahrzehnt niemand vom Tod des Mannes Notiz genommen hat? Ein Dokumentarstück über Einsamkeit und Zusammenhalt.
Samstag 13:05 Uhr

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BR-Klassik

Das Musik-Feature

Melomanen außer Rand und Band Eine Kulturgeschichte des Buhens in der Oper Von Uwe Friedrich DLF 2017 Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr Lautstarke Buhs gehören ebenso zu einer ordentlichen Opernpremiere wie frenetischer Jubel. Meistens trifft es das Regieteam, seltener die Musiker. Während Sänger zutiefst verstört auf die Ablehnung ihrer Kunst reagieren, sehen Regisseure den Widerspruch des bürgerlichen Publikum häufig als Ritterschlag und sind eher beleidigt, wenn sie niemanden im Zuschauerraum provozieren konnten. Nur im Fußballstadion kochen die Emotionen ebenso hoch wie im Opernhaus, und viele Künstler halten den Buhrufer für einen nahen Verwandten des Hooligans, dem stets das Stadionverbot droht. Aber während in früheren Jahrhunderten bei Missfallen auch verrottetes Gemüse und faule Eier auf die Bühne geworfen wurden, sind Buhrufe und Pfiffe durchaus als zivilisatorischer Fortschritt zu werten. Saalschlachten wie beim Bayreuther "Jahrhundert-Ring" von Patrice Chereau sind aber eher die Ausnahmen, in der Regel beruhigen sich auch die vehementesten Opernfans schnell, wenn das Licht im Saal wieder angeht. Die großen Uraufführungsskandale wie Rossinis "Barbier von Sevilla" oder Verdis "La traviata" hatten jedenfalls mehr mit dem gesellschaftlichen Umfeld als mit der musikalischen Leistung zu tun. Als Reaktion auf die irrationalen Exzesse im Theater verbot der österreichische Aufklärungskaiser Joseph II. am Wiener Burgtheater kurzerhand jede Publikumsreaktion, also auch den Applaus. Das kann nicht die Lösung sein, denn wer sich auf die Bühne stellt, um die Liebe des Publikums erringen, wird mitunter auch mit der schroffen Zurückweisung seiner Mühen leben müssen.
Samstag 14:05 Uhr

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HR2

Kinderfunkkolleg | Trialog der Kulturen

trialog der kulturenGlauben alle an den gleichen Gott? | Von Christiane Kreiner
Samstag 14:45 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Feature

stella lunckeWahnsinn Familie! Von Stella Luncke und Josef Maria Schäfers Regie: die Autoren Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017 Länge: ca. 54" (Ursendung) Familien zwischen Kinderchaos und Selbstverwirklichung. Die Großen zur Schule, die Kleinen in den Kindergarten, am Nachmittag Musikschule und Sportverein; hinbringen, abholen und zwischendurch noch etwas arbeiten. Dann einkaufen, Essen kochen, Kinder ins Bett bringen, den nächsten Tag organisieren. Bei diesem täglichen Wahnsinn quält berufstätige Eltern oft noch das schlechte Gewissen, zu wenig Zeit für die Kinder zu haben. Die Autoren begleiten Eltern bei der Alltags-Organisation - und fragen, was aus ihren Träumen geworden ist. "Ich bin kack-stolz, dass ich sagen kann: Das sind unsere Kinder. Also, nichts in meinem Leben, was ich gemacht habe, macht mich so stolz wie dieses: Wir haben diese Familie gegründet. Da hat niemand was dazu getan. " Stella Luncke und Josef Maria Schäfers, 1974 und 1968 geboren, produzieren freiberuflich und mit drei Kindern Features und Hörspiele: "Linda im Kopf" (SWR 2005, "Deine Welt sind die Berge ... Heidi, ein Star aus Japan" (Autorenproduktion 2007), "Open Shell" (WDR 2009), "Protestieren für Fortgeschrittene" (Deutschlandradio Kultur 2012), "Sommercamp" (Deutschlandradio Kultur 2016). Zahlreiche Wurfsendungen für Deutschlandradio Kultur. Stella Luncke erhielt 2009 den Kurt-Magnus-Preis. Wahnsinn Familie!
Samstag 18:05 Uhr

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